Erweiterung der Berufsschule in Wiesau
Millionen für berufliche Bildung

Gut behelmt schauten sich die Kreisräte und Mitarbeiter der Verwaltung auf der Baustelle um, hier im künftigen Lehrerzimmer im ersten Stock. Architekt Michael Kammermeier (Fünfter von rechts) hatte viele Fragen zu beantworten. Bild: as
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Wiesau
18.10.2016
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Von zwei auf drei Stockwerke angewachsen ist der Erweiterungsbau der Berufsschule. Die Auslastung ist schon jetzt gewährleistet. Bild: as

Auf der größten öffentlichen Baustelle im Landkreis geht es planmäßig voran. Bis Ostern 2017 soll die erweiterte Berufsschule zur Verfügung stehen. Der zusätzliche Platz ist dringend nötig, denn gegen den Trend steigen in Wiesau die Schülerzahlen.

Erst im März hatten die Kreisräte eine Aufstockung um eine dritte Etage beschlossen, was den Bau von 6,5 auf rund 8,3 Millionen Euro verteuert. Statt 7 zusätzlichen Klassenräumen entstehen 14, einige davon für Flüchtlinge. "Der Rohbau war schon erweiterungsfähig angelegt, aber dass es so schnell geht, hat keiner gedacht", dankte stellvertretender Schulleiter Erich Porsch dem Sachaufwandsträger für das dritte Stockwerk. Schon jetzt kündigte er an: "Auch mit 14 Klassen mehr im nächsten Jahr sind wir voll."

Aufzug und Videowand


Der Kreisausschuss verband seine Sitzung in der Berufsschule mit einer Besichtigung. Architekt Michael Kammermeier führte durch den fast fertigen Rohbau: "Bis Ende des Jahres sollten wir ihn dicht bekommen." Der Bauleiter von der Architektengruppe Obel aus Donauwörth war zuversichtlich, was den Einzugstermin im Frühjahr betrifft. "Momentan liegen wir im Zeitplan."

Im Erdgeschoss entsteht eine großzügige Eingangshalle mit Bibliothek und Videowand. Ein Aufzug sorgt für Barrierefreiheit. Im ersten Stock finden Sekretariat und Lehrkräfte zeitgemäße Arbeitsplätze. "Im alten Verwaltungsgebäude ging nichts mehr, nicht mal mehr der Rollo hoch", deutete Studiendirektor Erich Porsch die Dringlichkeit an. Auch ein größerer Safe ist eingeplant - für die Prüfungsunterlagen.

Im zweiten und dritten Stock finden jeweils sieben Klassenräume Platz. Jeder Arbeitsplatz wird mit einem PC ausgestattet. "Das ist schon lange Standard in Wiesau", betonte Porsch. Er hoffte, die Container, in der momentan Klassen ausgelagert sind, bald nicht mehr zu brauchen. Die Außenanlagen sollen nach der Umgestaltung eher einem Campus ähneln. Der stellvertretende Schulleiter wies nicht zuletzt auf die wachsende Zusammenarbeit mit den Hochschulen Hof und Regensburg sowie der Universität Pilsen hin.

14 neue Klassenräume


"Das Schulzentrum wird attraktiv und funktionell", urteilte Landrat Wolfgang Lippert. Er hoffte, dass sowohl der zeitliche als auch der finanzielle Rahmen eingehalten wird. Sein Dank galt allen Lehrkräften, die den guten Ruf der Schule stärken. Von entscheidender Bedeutung sei jedoch der große Einsatz der Sachaufwandsträger. Zum Beispiel bei der Ausbildung im Metallbereich sei die Einrichtung absolut auf der Höhe.

"Dass wir von Anfang den Kampf um ein zusätzliches Stockwerk geführt haben, war richtig und wichtig", sah sich CSU-Sprecher Toni Dutz bestätigt. Die Regierung der Oberpfalz habe ursprünglich nur 7 statt der jetzt 14 neuen Klassenräume genehmigt, was für den Wiesauer Bürgermeister und Berufsschulbeirat eine fatale Entwicklung gewesen wäre.

Weitere Investitionen


Mit dem millionenschweren Erweiterungsbau, der mit dem Altbau verbunden wird, sind am Berufsschulzentrum aber nicht alle Sorgen vorbei. "Auch in Zukunft wird auf den Landkreis einiges zukommen", hatte zuvor schon stellvertretender Schulleiter Porsch angedeutet. Auch Toni Dutz machte im improvisierten Sitzungsraum eines Klassenzimmers schon jetzt darauf aufmerksam: "Wir befinden uns in einem Bau aus den sechziger Jahren, mit allen Konsequenzen für den Unterhalt." Im weiteren Verlauf benannte der Kreisausschuss Dutz für weitere zwei Jahre als Vertreter in den Berufsschulbeirat.

Aus fünf Bundesländern1747 junge Leute in 94 Klassen erhalten derzeit am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Wiesau Unterricht. Die Bandbreite der Berufe ist groß, wobei die tragenden Säulen Metall, Wirtschaft, EDV sowie Hotel und Tourismus sind. Dass die Schülerzahlen steigen, liegt nicht nur an den Flüchtlingsklassen, die seit vergangenem Jahr vermehrt nötig sind. "Wir haben Berufe, deren Einzugsbereich weit über den Landkreis hinaus geht", erklärte stellvertretender Schulleiter Erich Porsch. Zum Beispiel kommen die Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker aus fünf Bundesländern nach Wiesau. Auch EDV-Schulen und Tourismusschule genießen einen guten Ruf und haben einen großen überregionalen Einzugsbereich. (as)


Herz für RaucherAn Bayerns Schulen herrscht Rauchverbot. Seit 2006 gehören auch Raucherzimmer und -ecken der Vergangenheit an. Was aber, wenn längst Erwachsene wie vielfach an der Berufsschule betroffen sind? Bisher traten in Wiesau die Raucher - Lehrer wie Schüler - auf die Pestalozzistraße und waren damit außerhalb des Schulgeländes. Diese Stichstraße soll jedoch nach der Umgestaltung aufgelassen werden. Man müsse sich da etwas einfallen lassen, kündigte stellvertretender Schulleiter Erich Porsch im Kreisausschuss eine Lösung an: "Ich bin zwar selbst Nichtraucher, aber sehe das Problem."
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