Es fährt ein Zug nach nirgendwo

Symbolbild: dpa
Vermischtes
Wiesau
17.03.2016
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Nein, die Sektkorken haben bei Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz nicht geknallt, als er am Mittwochmorgen in unserer Zeitung las, dass sich im Bundesverkehrswegeplan als Vorschlag eine neue, noch dazu elektrifizierte Bahnlinie von Wiesau nach Eger/Cheb findet. Dutz schüttelte den Kopf und fragte sich: "Lebe ich denn in Absurdistan?"

Auch wenn die Strecke vorgeschlagen sei, "kann das nur ein verfrühter Aprilscherz sein." Dutz: "Mit der Ortskenntnis der Planer scheint es nicht weit her zu sein." Natürlich fuhren früher mal Züge von Wiesau nach Eger. Aber das ist Geschichte. Die Strecke wurde vor Jahrzehnten aufgegeben. Seitdem hat sich viel verändert. Die Gleise sind abmontiert, da wurden Straßen gebaut, Brücken abgerissen. Würde die Neubaustrecke verwirklicht, müsste sie sich zwischen Mitterteich und Waldsassen eine Trasse mit der Bundesstraße 299 teilen. Oder aber die Bahn müsste das Stiftland auf langen Abschnitten untertunneln.

Knifflig würde es direkt bei Waldsassen. Denn da soll ein Teil der Ortsumgehung, die auch im Bundesverkehrswegeplan steht, direkt auf der ehemaligen Bahntrasse verlaufen. Da müsste man dann in Etagen bauen: Unten Bahnlinie, oben Bundesstraße - oder umgekehrt. Oder aber Autos und Lastwagen würden auf Züge verladen.

Doch Ingenieure brauchen sich in der Sache zumindest vorerst die Köpfe nicht zerbrechen. Im am Mittwochnachmittag veröffentlichten Bundesverkehrswegeplan taucht die neue Bahnstrecke Wiesau-Eger nicht mehr auf.
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