"Gott liebt die Fremden"

Bei der Ausstellungseröffnung erläuterte Diplom-Theologin Beate Eichinger (Bildmitte) die Schautafeln zum Thema Flucht. Mit im Bild KEB-Bildungsreferent Hans Stelzl (links), Arbeitskreis-Asyl-Vorsitzender Oliver Zrenner (Zweiter von links) und Wiesaus zweiter Bürgermeister Fritz Holm (Dritter von rechts). Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
10.10.2016
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Schon die Bibel berichtet von Menschen auf der Flucht. Bekanntestes Beispiel ist die alles andere als freiwillige Übersiedelung der Heiligen Familie nach Ägypten. Eine Ausstellung im Wiesauer Rathaus zeigt: Flucht ist keine Begleiterscheinung der Neuzeit.

Flucht und Vertreibung hat es in allen Epochen, zu allen Zeiten gegeben. Markante Fluchtbeispiele aus biblischer Zeit zeigt die Wanderausstellung "Gott liebt die Fremden - Biblische Herausforderungen" auf. Noch bis zum 19. Oktober sind die zwölf Schautaufeln im Wiesauer Rathaus zu sehen. Der Eintritt ist frei. Eröffnet wurde die Ausstellung "Gott liebt die Fremden - Biblische Herausforderungen" im Beisein des geschäftsführenden Bildungsreferenten der Katholischen Erwachsenenbildung, Hans Stelzl, im Saal des Wiesauer Pfarrheims. Die Grüße der Marktgemeinde überbrachte zweiter Bürgermeister Fritz Holm. In seiner Ansprache bezeichnete Holm die Aufnahme von Flüchtlingen als eine große Herausforderung. Er fügte hinzu: "Die Menschen brauchen unsere Hilfe." Erfreut zeigte sich Fritz Holm, dass es dem Arbeitskreis Asyl gelungen ist, in Zusammenarbeit mit der KEB die interessante Ausstellung nach Wiesau zu holen. Seine Grußworte abschließend empfahl Holm, Asylsuchenden mehr Gastfreundschaft zu schenken.

Keine Probleme


In Wiesau gebe es in Sachen Gastfreundschaft keine Probleme, betonte Arbeitskreis-Asyl-Vorsitzender Oliver Zrenner. Das habe man in den vergangenen Monaten unter Beweis gestellt. "Wenn das überall in Deutschland so wäre, wie bei uns, müsste man auch nicht über Probleme klagen", fügte Zrenner kritisch hinzu. Er selbst habe unter den Flüchtlingsfamilien Freunde gefunden, das sei gut so.

Die Idee, Flucht in Form einer Ausstellung zu thematisieren, hatte Diplom-Theologin Beate Eichinger. Sie stellte die von ihr erarbeiteten Themenschwerpunkte bei der Ausstellungseröffnung vor. Beate Eichinger lebte mehrere Monate lang bei einer palästinensischen Familie im Nahen Osten, mitten im interreligiösen Nebeneinander der Kulturen. Darüber hinaus bereiste sie einige der Herkunftsländer von Flüchtlingen. Gastfreundschaft bringe Segen, sagte sie. "Das gilt für den barmherzigen Samariter genauso wie für uns heute in der Begegnung mit Asylsuchenden."

Zahlreiche Zuhörer aus den Reihen der in Wiesau untergebrachten Flüchtlingsfamilien hatten sich währenddessen unters Eröffnungspublikum gemischt; gespannt lauschten auch sie der Eröffnungsrede Eichingers. Interessiert widmeten sie sich, gemeinsam mit ihren Gastgebern den Exponaten. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen von der jungen Musikergruppe um Thomas Plank.

ÖffnungszeitenDie Ausstellung kann noch bis zum 19. Oktober im Wiesauer Rathaus (Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 16.30 Uhr, am Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr) besichtigt werden. Am Kirchweihmontag, 17. Oktober, ist die Präsentation nicht zugänglich. (wro)
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