Kleine Motoren sorgen in Krippe für Bewegung
Mit Steinen aus Via-Mala-Schlucht

Besonders die beweglichen Teile in der Krippe von Karl-Heinz Meier sind eine Schau. Für Strom sorgen kleine Trafos, für Atomsphäre leise Weihnachtsmusik aus dem Minilautsprecher. Übrigens: Nach telefonischer Anmeldung unter 09634/592 ist eine Besichtigung möglich. Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
24.12.2015
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Noch einmal rückt Karl-Heinz Meier die Hennen hinter dem kleinen, filigranen Gartenzaun zurecht. Der Hahn fehlt noch, dann aber passt alles. Die Zaunlatten hat er selber geschnitzt. Eine Weihnachtskrippe, die staunen lässt.

Die kleinen Häuschen entstanden in Karl-Heinz Meiers Werkstatt. Auf der Anhöhe musiziert die Blasmusik. Und wer genau hinschaut, der erkennt neben dem Bauernhaus ein kleines Aborthäusl mit einem Herzchen in der Tür. Karl-Heinz Meier lächelt und ist stolz auf seine kleine Welt am Tannweg: Arme Leute haben in einem Stall Unterschlupf gefunden. Ermüdet und erschöpft von der langen, vergeblichen Herbergssuche ruhen sie sich jetzt aus. Die junge Mutter hat vor wenigen Stunden einen Buben auf die Welt gebracht, sie will ihn Jesus nennen.

Selbst geschnitzt


Alle Jahre im Dezember bauen Karl-Heinz und Hermine Meier ihre rund vier Quadratmeter große Weihnachtskrippe auf. Viele der Figuren hat Karl-Heinz selbst geschnitzt. Manche davon hat er auch gekauft. Die teuerste, Maria mit dem Jesuskind, wurde nach dem Vorbild einer alten Papierkrippe gestaltet. "Vor rund 20 Jahren habe ich damit begonnen eine Krippe aufzustellen", erzählt der Holzschnitzer. Immer wieder habe er Figuren hinzugekauft. "Dann aber habe ich damit begonnen, selber welche zu schnitzen." Der Betrachter entdeckt Steine. Viele davon haben eine Geschichte. "Da ist zum Beispiel ein Findling dabei, den habe ich aus der Via-Mala-Schlucht mit nach Hause genommen." Auch alte Schieferplatten vom Dach der Fuchsmühler Wallfahrtskirche fanden in der Krippe Verwendung.

Leuchtende Augen


"Mein besonderer Stolz sind die beweglichen Teile. Meiers Augen leuchten, als er auf den fleißig hämmernden Schmied deutet. Und dort das Schlachtfest beim Bauern, ein Friedhof mit Totenbrettern, daneben eine Stiftlandsäule. Ein Mühlrad dreht sich. "Ist das nicht...?" Meier nickt, "das war mal ein Lüftungsventilator". Und der Tanzboden dreht sich, weil der Motor aus dem alten Mikrowellenherd nochmal in Dienst genommen werden konnte. Im Keller warten viele Figuren auf die Fertigstellung. Eine davon zeigt Karl-Heinz Meier stolz. Es ist ein Scherenschleifer. Die Farbe fehlt noch. Den Motor hat Meier aus einem Kassettenrekorder ausgebaut.
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