Mehr im Büro als auf dem Feld
MdL Martin Schöffel kritisiert überbordende Bürokratismus in der Landwirtschaft

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Wiesau
01.02.2016
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Muckenthal. Die CSU Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die Interessen der Landwirte auch innerhalb der Partei wirksam zu vertreten. Vorsitzender Markus Übelmesser freute sich denn auch, "alle unsere Leute in den Kreistag gebracht zu haben". Das sei gut so, auch wenn dort immer noch zu wenig Vertreter sitzen.

Bürgermeister Toni Dutz zeigte Verständnis für die Sorgen und Nöte der Landwirte. "Ich weiß, die Bauern haben es zurzeit nicht leicht." Qualität habe halt ihren Preis. Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler wusste: Wenn es den Landwirten schlecht geht, dann geht es auch uns schlecht."

Harsche Kritik, vor allem an der Europäischen Union, übte MdL Martin Schöffel sah eine Gefahr in den zunehmenden Importen landwirtschaftlicher Produkte. Der Abgeordnete zeigte sich hinsichtlich der Arbeitsplatzentwicklung auf den Höfen besorgt: "Die kommenden Generationen müssen bereit sein, in die elterlichen Betriebe einzusteigen." Die Entscheidung dafür jedoch werde aber immer mehr erschwert. "Wir sind ein Agrarland, aber wir müssen unter der Marke ,Bayern' die entsprechenden Produkte auch absetzen können." Landwirt sei einer der schönsten Berufe, den es gebe. Landwirte, seien auch die besten Naturschützer, die man sich denken könne, schloss der Abgeordnete.

Heftige Kritik übte der Wunsiedler Abgeordnete an der wachsenden Bürokratie. Ein Bauer vergeude heute sehr viel Zeit am Schreibtisch. Wertvolle Zeit, die er draußen auf dem Feld oder im Stall dringender bräuchte. Ein Unding sei, dass ein Bauer nicht mehr wie früher aufs Feld rausfahren könne, ohne mit den entsprechenden Behörden in Sachen "Greening" Rücksprache zu halten. Als skandalös empfand der Sprecher drohende Sanktionen.

Schöffel forderte eine umgehende Änderung des Systems. "Mit diesem bürokratischen Aufwand belastet man die bäuerlichen Betriebe unnötig. Wir müssen aufpassen, dass es nicht noch mehr wird." Was die Landwirte in den letzten Jahren geleistet haben sei keine Selbstverständlichkeit. Leider werde das aber beim Verbraucher kaum honoriert.

Sorgen bereitet den Landwirten auch die Diskussion über die Anwendung von Antibiotika. Die Antwort, ob ein Verbot entsprechender Arzneien auch tierschutzgerecht sei, ließ Schöffel offen und versprach, sich auch weiterhin für die Belange der Landwirte einzusetzen. Er bedauerte die Entwicklung bei den Erzeugerpreisen: "Wir sind in Europa fast überall führend, leider nicht bei den Milchpreisen"

Einstimmig wurde die Vorstandschaft gewählt: Vorsitzender Markus Übelmesser, Stellvertreter Stefan Adam und Anton Strunz; Kassier Hans Enslein, Schriftführer Harald Gleißner; Beisitzer Bernhard Bäuml, Norbert Höfler, Johann Käs, Christa Söllner, Helmut Troppmann, Max Zintl, Claudia Tretter; Kassenprüfer Martin Zintl und Armin Müller; Delegierte Leonhard Fütterer, Harald Gleißner, Stefan Adam, Hans Enslein, Norbert Höfler, Max Zintl.
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