Michael Klarner sagt servus

Das neue Vorstandsteam des Schützenvereins "Eichenlaub-Lohengrin" Wiesau zusammen mit den Ehrengästen: Von links Gauschützenmeister Manfred Zölch, Ehrenschützenmeister Michael Klarner, Dieter Proksch, dritter Bürgermeister Erich Lang, Antje Thoma, Schützenmeister Klaus Herneczky, Sabine Queck, Sportleiter Dominik Schomburg, Michaela Schrott, Schriftführerin Elisabeth Schuller, Josef Schuller, Hans Eichhammer, zweiter Schützenmeister Michael Meier. Auf dem Bild fehlt Sigward Bartos; aus gesundheitlichen Grü
Vermischtes
Wiesau
12.06.2016
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Es war eine Jahreshauptversammlung, die bewegte. Mit Michael Klarner trat nicht nur ein beliebter, sondern auch verdienter, lange aktiver Schützenmeister des Schützenvereins "Eichenlaub-Lohengrin" von der Bühne ab. Da flossen auch einige Tränen.

"Es war eine schöne Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte." Noch war "Eichenlaub-Lohengrin"-Chef Michael Klarner gefasst, als er die Schützenfreunde zur (wie er sagte) "außerordentlichen" Mitgliederversammlung in der historischen Stefflwirtsstube begrüßte. Ohne Umschweife und mit diesem - von ihm - unbemerkt gebliebenen kleinen Versprecher läutete Michael Klarner aber auch die letzte Runde seiner langjährigen Vorstandsära ein. 28 Jahre lang stand Michael Klarner an der Spitze von "Eichenlaub-Lohengrin".

Die Zusammenkunft sei trotz der zu erwartenden Tagesordnungspunkte aber eine ordentliche und keine außerordentliche Mitgliederversammlung, verbesserte ihn dritter Bürgermeister Erich Lang. Vor wenigen Wochen hatte Klarner seinen endgültigen Rücktritt vom Schützenmeisteramt angekündigt. Nach all den Jahren sei es an der Zeit, das Zepter rechtzeitig einem Jüngeren zu übergeben, begründete er seinen Abschied. Ausdrücklich betonte er seine nach wie vor ungebrochene Loyalität zum Verein. Klarner wies darauf hin, dass ihm das Wohl von "Eichenlaub-Lohengrin" auch nach seiner Amtszeit sehr am Herzen liege. Bewegt stand Klarner am Rednerpult. "Als ich 1988 das Ehrenamt übernommen habe, befand sich unserer Verein im fünften Jahr der Wiedergründung. Zugleich feierten wir voller Euphorie unsere Fahnenweihe", erinnerte er an die Anfangszeit. "Vielleicht hätte ich das Ehrenamt schon früher in jüngere Hände geben sollen." Nachfolger seien jedoch rar, bedauerte er und verlor seinen Kampf gegen die Emotionen; Klarners Stimme erstarb. Er bat den dritten Bürgermeister: "Erich, mach du weiter."

Von Erfolgen verwöhnt


Lang erinnerte an die "gute alte Zeit", auch an die vielen Weggefährten und an längst verstorbene Gründungsmitglieder. Von Erfolgen verwöhnt sah man lange Zeit der Zukunft entspannt entgegen. Mit den Jahren aber änderten sich die Interessen der Vereinsmitglieder. Die Bemühungen, dem Trend entgegenzusteuern, waren nicht immer von Erfolg gekrönt. Sportliche Erfolge, zahlreiche Ausflüge und Arbeitseinsätze bei vielen gemeindlichen Veranstaltungen schweißten den Verein zusammen. "Jetzt geht's wieder", meinte dann Michael Klarner. Die letzten Worte seiner Abschiedsrede sprach er selbst: "Es wird weitergehen. Bitte unterstützt den neuen Schützenmeister genauso wie ihr mich unterstützt habt. Besten Dank."

Rücktritt Nummer 2


"Wenn der Michael aufhört, ist auch für mich die Zeit gekommen aufzuhören." Damit stellte auch Schatzmeisterin Birgit Meier ihr Amt zur Verfügung. Auch Meier fiel es nicht leicht ihren (letzten) Kassenbericht vorzutragen. Die gutgemeinte Bitte, ihr Amt fortzusetzen, überhörte sie lächelnd.

Rücktritt Nummer 3


Für den dritten Rücktritt an diesem Abend sorgte Sportleiter Klaus Herneczky. Wie seine Vorredner gab Herneczky einen Abschlussbericht. Auch er wollte das Amt an einen Jüngeren abgeben. Aber es gebe auch noch einen anderen Grund, beruhigte er die Zuhörer lächelnd. Er werde sich als Nachfolger Klarners der Wahl stellen, informierte der designierte Schützenmeister. Freilich müsse ein Sportleiter - neben den sportlichen Erfolgen - auch lernen, mit Problemen umzugehen, gab er seinem noch nicht gewählten Nachfolger mit auf den Weg und ergänzte: Das sei in einem Verein aber normal.

Kein Verständnis zeigte der bisherige Sportleiter Klaus Herneczky dafür, dass manche Schützen - trotz erfolgter Zusage - Wettkämpfen oder Veranstaltungen unentschuldigt fernblieben. Wenig nachvollziehbar seien auch manche Entscheidungen seitens der Bezirkssportleitung. Er forderte - an Gauschützenmeister Manfred Zölch gewandt - Lösungen.

Die seien in Sicht, versprach der Gauschützenmeister, ohne konkreter zu werden. Nicht unkommentiert im Raum stehen lassen wollte Zölch jüngste Medienmeldungen. Das Thema "Blei liegt in der Luft" werde hochgespielt. Der Vorwurf, den BSSB ließe das kalt, sei nicht haltbar, meinte Zölch. Vielmehr sei es dem BSSB noch nicht möglich gewesen, aktuell auf die Gesundheitsgefährdung beim Schießen beziehungsweise im Umgang mit bleihaltiger Munition zu reagieren.

Erfreuliches gibt es zum Gauschützenball am 22. Oktober zu berichten. Aufgrund von Terminüberschneidungen wurde der ursprünglich in Tirschenreuth geplante Ball kurzfristig nach Waldsassen verlegt. Die Turnhalle mit ihrer Galerie vermittle fast den Charakter eines Opernballs, freute sich der Gauschützenmeister.

"28 Jahre Michael Klarner" sei etwas ganz Besonderes, sagte Manfred Zölch abschließend. "Michael hat immer fair für die Sache gekämpft, die Probleme beim Namen genannt." Mehrere Gauschützenmeister habe er verschlissen, dem Verein selbst viel gegeben. "Eichenlaub-Lohengrin" ist ein guter Verein. Der Schützenverein trägt die Fahne des Ortes nach draußen", lobte Wiesaus dritter Bürgermeister Erich Lang in einem Grußwort.

Aus einem "gewissen Grund" habe man die Tagesordnung kurzfristig ergänzen müssen, wandte sich Klaus Herneczky schließlich noch einmal an die Schützen: Einstimmig habe sich das Vorstandsgremium dafür ausgesprochen, Michael Klarner zum Ehrenschützenmeister zu ernennen. "Wir müssen aber darüber abstimmen." Gerührt und sichtlich stolz nahm Michael Klarner die handgefertigte Ernennungsurkunde aus den Händen von Klaus Herneczky in Empfang.

WahlenDas neue Vorstandsgremium des Schützenvereins "Eichenlaub-Lohengrin" bilden: 1. Schützenmeister Klaus Herneczky, 2. Schützenmeister Michael Meier, Schatzmeister Berthold Mayerhöfer, Schriftführer Elisabeth Schuller, Sportleiter Dominik Schomburg. Kassenrevisoren sind Sylvia Lang und Ludwig Thoma. Erweiterter Vorstand: Sigward Bartos, Hans Eichhammer, Michael Klarner, Karl Polster, Dieter Proksch, Sabine Queck, Michaela Schrott, Josef Schuller, Antje Thoma. (wro)
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