Radeln nun sicheres Kinderspiel

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Wiesau
08.04.2016
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Die Verkehrsregeln in Deutschland haben es in sich. Deshalb startet der Wiesauer Arbeitskreis Asyl Kurse für Kriegsflüchtlinge. Denn die meist jungen Radfahrer sollen sich sicher auf den Straßen bewegen.

Der Arbeitskreis Asyl sammelt seit geraumer Zeit gebrauchte Fahrräder für die hier lebenden, jungen Flüchtlinge. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, informiert der Vorsitzende des Arbeitskreises, Oliver Zrenner. Viele der fahrbaren Untersätze wurden inzwischen übergeben. "Die Spendenbereitschaft ist erfreulich groß." Damit habe man aber auch eine gewisse Verantwortung übernommen, so Zrenner. Zum Radfahren gehöre nicht nur Übung und Geschick, sondern auch ein bewusster Umgang mit Verkehrsregeln. "Aus diesem Grund haben wir, in Zusammenarbeit mit der Polizei, ein Sicherheitstraining hier im Schulhof organisiert."

Rasche Erfolge


Die Polizeibeamten Berthold Walbrunn und Ramona Weiß erklärten einen Nachmittag lang rund 20 interessierten Jugendlichen aus Syrien und Eritrea das sichere Fahren auf den Straßen. Zu Beginn war das Zeichen geben, Anhalten am Stoppschild oder der Halt am Zebrastreifen für viele noch gewöhnungsbedürftig. Doch langsam gingen die für sie ungewohnten Verkehrsregeln und -zeichen in Fleisch und Blut über. Bald soll das sichere Fahren Routine sein. Erste Erfolge zeigten sich schon nach einigen Minuten: Nach wenigen Übungseinheiten konnten "Passanten" die Straßen gefahrlos überqueren. Eine mehrsprachige Begleitbroschüre unterstützt die jungen Leute beim weiteren Pauken der Verkehrsregeln. Mit wachsamen Augen verfolgten auch Werner Schönfelder und Hermann Weiß, die Chefs der Polizeiinspektion Tirschenreuth, das Training auf dem Wiesauer Schulhof.

Man müsse sich viel Zeit für die Menschen nehmen, betont Oliver Zrenner im weiteren Gespräch mit unserer Zeitung. Besonders wichtig sei es, mit den Flüchtlingen in Kontakt zu kommen und Vertrauen aufzubauen. "Sie dürfen keine Angst vor der Polizei haben." Damit der Nachmittag auch sprachlich zu einer runden Sache wurde, hatte Oliver Zrenner die kleine Alaa als Dolmetscherin "engagiert". Mitten im Gewusel auf dem Pausenhof sorgte das aufgeweckte Mädchen dafür, dass sich ihre syrischen Landsleute mit den freundlichen Polizeibeamten nicht nur anfreunden, sondern auch gut unterhalten konnten. Oliver Zrenner ergänzte mit seinen Englischkenntnissen die Kommunikation unter den multinationalen Kursteilnehmern.

"Fahrraddoktor"


Vor dem Sicherheitstraining waren die Fahrräder natürlich auf ihre Verkehrstauglichkeit hin überprüft worden. "Fahrraddoktor" Michael Raithel von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration Marktredwitz brachte seine Erfahrungen ein. Gemeinsam mit Mitarbeiterin Veronika Schmalzl erklärte er am mobilen "OP-Tisch", wie man Fahrräder ordentlich wartet.
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