Rektor Adalbert Busl
Bürgermedaille zum Abschied

Für seine langjährigen Verdienste als Grundschulrektor wurde Adalbert Busl (links) von Bürgermeister Toni Dutz (rechts) und 2. Bürgermeister Fritz Holm (Mitte) mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet. Bild: wro
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Wiesau
30.07.2016
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Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß (rechts) überreichte Adalbert Busl die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand. Bild: wro

Das allerletzte Wort hatte der scheidende Grundschulrektor. Ein Maßband hatte er nicht in der Jackentasche einstecken. "Das Zählen habe ich anderen überlassen."

Adalbert Busl, der in wenigen Monaten 66. Geburtstag feiert, ist als Rektor der Grundschule Wiesau verabschiedet worden. Eigentlich wollte er gar nicht Lehrer sondern lieber Pfarrer werden, verriet der scheidende Schulleiter mit gewohnt ruhiger Stimme. Dann habe er sich doch für die Pädagogenlaufbahn entschieden. In seiner Ansprache verriet Busl, dass er sich auf einen Oktober-Urlaub im herbstlichen Südtirol freue. Dies sei ihm bislang nie vergönnt gewesen.

"Oft hat Adalbert gesagt, ich mache das jetzt zum letzten Mal" erinnerte Konrektorin Inge Dick in ihrem Grußwort an Busls wiederholte Äußerungen vor wenigen Wochen und wünschte im Ruhestand alles Gute. Bürgermeister Toni Dutz hatte zur Abschiedsfeier seine Amtskette mitgebracht - dazu eine gerahmte Urkunde und ein kleines Etui mit der Bürgermedaille in Silber.

Rampenlicht weniger grell


"Wenn man nicht weiß, wo man herkommt, weiß man auch nicht wohin man geht", kommentierte der Bürgermeister Busls fundiertes heimatkundliches Wissen. Gleichzeitig lobte er den scheidenden Rektor als Mitglied der "deutlichen Sprache". Eine Eigenschaft die Dutz oft kennen- immer wieder auch schätzen lernen durfte. Fordernd, jedoch nur in der Sache, niemals für sich selber, schränkte Dutz vorsorglich ein. "Nun wirst Du wohl in eine GmbH eintreten. Geh mal, mach mal, bring mal, hol mal", erklärte er sein launiges Wortspiel. Einen verblüffend rechtskundigen Rektor nannte Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß den scheidenden Schulleiter und zitierte Passagen aus Hermann Hesses Roman "Glasperlenspiel". Fortfahrend titulierte er ihn als Leuchtturm, würdigte Busls langjährige Verdienste. Beispielgebend die Einführung eines kostenlosen Frühstücksangebotes, auch die gebundenen- und offenen Ganztagesklassen. Krauß: "Du wirst weiter im Rampenlicht stehen, vielleicht ist es nicht mehr so grell, aber immer noch einen weiten Horizont ausleuchtend."

Licht in Form einer Kerze, Wallfahrts-Heiligtümer in einem bebilderten Buch und Messwein aus dem Weinkeller des Pfarrhauses hatte Pfarrer Max Früchtl als Abschiedsgeschenke dabei. Große Spuren habe Busl hinterlassen. Seinen vorbereiteten Beeindruckt von den Reden seiner Vorredner bat er die anwesenden in ein Lied einzustimmen. Auch er würdigte Busls verdienstvolle Tätigkeit an der Schule. Personalratsvorsitzender Wilhelm Trisl wünschte dem künftigen Pensionär alles Gute, vor allem viel Gesundheit. Bernd Zwerenz (Elternbeiratsvorsitzender Grundschule Wiesau), Petra Bischof (Elternbeiratsvorsitzende Grundschule Friedenfels) und Stefanie Moises (Elternbeiratsvorsitzende Grundschule Falkenberg) überbrachten Geschenke und - abwechselnd - die Gruß- und Dankesworte der jeweiligen Grundschulen.

Lustige "Spurensuche"


Noch einmal kräftig raten, sein Gedächtnis und die Lachmuskeln strapazieren musste der künftige Ruheständler bei seiner "Spurensuche", anschließend beim heimlich vorbereiteten Lehrermemory. Unterstützung bekam er von Hedwig Bauer, die - ebenso wie Busl - vor wenigen Tagen vom Schulleben Abschied genommen hatte. (Info-Kasten)

Adalbert BuslAdalbert Busl wurde am 10. Dezember 1950 in Beidl geboren, dort besuchte er auch die Grundschule. Von 1962 bis 1969 besuchte er das Weidener Augustinusgymnasium, das Abitur legte er 1971 ab. Nach den Lehramtsprüfungen wurde Busl als mobile Lehrkraft, 1979 als Pädagoge an der Grundschule in Wiesau eingesetzt. 1995 wurde er zum Beratungslehrer (damals als Schuljugendberater bezeichnet) ernannt. Seine Stationen als Rektor: 2000 Rektor an der Grundschule in Falkenberg, 2006 Rektor an der Grundschule in Wiesau, nach 2011 großer Rektor dreier Grundschulen: Wiesau, Falkenberg und Friedenfels. 1984 verfasste er gemeinsam mit Manfred Steinberger die "Wiesauer Chronik". Immer wieder betätigt sich Busl als Heimatforscher und Autor. (wro)
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