Siedler vermissen handgeschnitztes Gemeinde-Emblem
Wappen weg

Franz Schöner zeigt auf die leere Stelle, an der einmal das handgeschnitzte Wappen der Marktgemeinde hing. Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
16.04.2016
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Franz Schöner ist passionierter Hobbyschnitzer, zugleich auch Mitglied im Vorstand der Siedlergemeinschaft. Der kleine und äußerst gepflegte Siedlergarten liegt an der Andreas-Thoma-Straße . Dort wo einst einmal große Fußballspiele ausgetragen wurden, steht heute das schmucke Siedlerheim mit einem Vereinszimmer im ersten Stock.

Im Treppenhaus erinnern gerahmte Fotos an die damalige Baustelle. Eine der Wände im Obergeschoss zierte bis vor wenigen Wochen ein großes Holzrelief mit dem Wiesauer Marktwappen. Wohlgemerkt zierte! Das Kunstwerk ist seit geraumer Zeit spurlos verschwunden, seit wann genau liegt noch im Dunkeln.

"Es muss aber vor einigen Wochen passiert sein", ärgert sich Franz Schöner und zeigt auf den leeren Fleck an der Wand. In mühevoller Kleinarbeit hatte er das Gemeinde-Emblem vor rund 13 Jahren aus Eschenholz geschnitzt, schließlich seinen Siedlern geschenkt. Auf der Rückseite trägt das 30 mal 40 Zentimeter große Kunstwerk Schöners Initialen.

Das handgemachte Schmuckstück stellt für die Siedlerfreunde einen hohen und ideellen Wert dar. Eher gering sei der materielle Wert einzuschätzen, ergänzt er bescheiden. Schöner macht aber kein Hehl daraus, dass er mächtig sauer ist: "Wiesau soll das wissen!", betont der wütende Pensionär. Trotz seiner Verärgerung möchte er aber niemanden verdächtigen, ganz im Gegenteil sogar. Für jeden seiner Leute legt er die Hand ins Feuer, macht aber kein Geheimnis daraus, dass das Vereinszimmer auch für private Feiern vermietet wird. "Eigentlich aber nur an unsere Mitglieder", räumt er ergänzend ein und betont: Wer dort jedoch während solch einer Feier ein und ausgeht, werde selbstverständlich nicht kontrolliert. "Die Türen stehen offen, praktisch kann dann jeder rein." Ein Einbruch habe nicht stattgefunden. Derzeit werde sonst nichts weiter vermisst; Fehlanzeige auch bei der Suche nach Einbruchspuren.

Der Diebstahl sei eigentlich eher durch Zufall aufgefallen. Sicher glaubten die Siedler jemand hätte es kurzfristig mit nach Hause genommen, vielleicht zum Saubermachen. Fakt aber ist: Keiner kennt den Verbleib des Emblems, das Relief wurde heimlich entwendet.

Die Polizei wurde vorerst noch nicht eingeschaltet. "Vielleicht findet unser Gemeindewappen ja seinen Weg wieder zurück", appelliert Franz Schöner an das Gewissen der oder des Betroffenen.
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