Silvester im Pazifik schaukeln

Im Norden Neuseelands ist der 21-Jährige seit ein paar Wochen unterwegs in traumhafter Landschaft. Bilder: privat (2)
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Wiesau
04.01.2016
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Benedikt Gebhard wandert im neuseeländischen Kauri-Wald zwischen mächtigen, immergrünen Bäumen.

Dass es diesmal auf keinen Fall weiße Weihnachten gibt, wusste Benedikt Gebhard schon im Sommer. Der junge Wiesauer verbrachte die Feiertage weit weg von Zuhause: Australien und Neuseeland sind für ein Jahr seine Heimat auf Zeit. Erlebt hat er schon viel - inklusive Silvester auf einer Yacht.

Als im Stiftland um Mitternacht die Sektkorken knallten, war das neue Jahr für Benedikt Gebhard schon 12 Stunden alt. Gemütlich schaukelte er auf den Wellen des Pazifik. "Ich bin sehr glücklich, dass ich hier sein darf und würde sagen, dass die Zeit um Silvester bisher mein Highlight der Reise ist", berichtet er rund 18 000 Kilometer fern von Wiesau dem "Neuen Tag".

Der Werkzeugmechaniker hatte nach seiner Ausbildung im Waldershofer Metallverarbeitungsbetrieb Schraml beschlossen, die Jugendzeit zu nutzen und ausgiebig auf Tour zu gehen. "Ich wollte in die große weite Welt, da ich von Freunden und der Familie inspiriert wurde, auf Reisen zu gehen. Ich wollte schon immer nach Neuseeland und Australien", sagt Benedikt.

Ohne großen Plan


Angefangen hat alles im Juni 2015 mit einem Flug ins Blaue. Erstes Ziel war die australische Ostküstenstadt Cairns. "Geplant hatte ich lediglich die ersten paar Nächte im Hostel. Das Ungewisse konnte damals niemand verstehen, jeder meinte, ich muss doch irgendeinen Plan haben. Dabei ist genau die Ungewissheit das Schöne am selbstständigen Reisen", findet der Stiftländer.

Job als Bananenpflücker


Durch moderne Kommunikationswege wie Whatsapp, Skype oder E-Mail hält er den Kontakt nach Zuhause. "So lässt sich großes Heimweh gut vermeiden und die Eltern bleiben auch up to date, was mein Treiben am anderen Ende der Welt betrifft." Das erste halbe Jahr verbrachte Benedikt im australischen Norden, hielt sich hier und da mit Arbeiten als Autowäscher oder Bananenpflücker über Wasser. "Die Weite kann man sich kaum vorstellen, bis man dann mal sieben Stunden im Auto sitzt, um zum nächsten Supermarkt zu fahren", schildert der 21-Jährige.

Diese Weite und das immer heiße Wetter brachten ihn Anfang Dezember nach Neuseeland, wo er von Nord nach Süd wandert. "So durfte ich Weihnachten und Silvester mit 12 Stunden Zeitunterschied im neuseeländischen Sommer verbringen. Gleich am dritten Tag im neuen Land lernte ich eine nette Familie kennen, die mich direkt für Weihnachten eingeladen hat." Der überraschte Wiesauer nahm dankend an.

Einladung auf Yacht


Anders als in Deutschland feiern die Neuseeländer Weihnachten hauptsächlich am 25. Dezember, dem Christmas Day. Der 5-jährige Sohn Tommy der Gastgeber durfte seine Geschenke gleich am Morgen auspacken, nachdem sie "Santa Claus" über Nacht vorbeigebracht hatte.

"Danach setzt man sich zusammen, spielt Karten oder hat einfach nur Spaß. Die Familie sagte, sie hätte normalerweise ein großes Mittagessen und würde danach an den Strand gehen, um dort den Tag ausklingen zu lassen. Weil aber das Wetter nicht ganz strandtauglich war, blieben wir im Haus, erzählten uns Geschichten, machten lustige Gesellschaftspiele und hatten am Abend ein richtig gutes Abendessen", erzählt Benedikt.

Die Tage danach verbrachte er meistens am Strand und bei Barbecues mit Freunden und Bekannten der Familie. "Ich persönlich hatte aber nie das Gefühl von Weihnachten, das ich Zuhause bekomme. Es fehlte die Kälte, das Weihnachtsgebäck und die Weihnachtsmärkte." Der Stiftländer hatte dennoch viel Spaß mit seiner Gastfamilie.

"Bay of Islands"


Auch für die Zeit um Silvester war er gut versorgt: Ein Bekannter lud ihn zum Jahreswechsel auf sein Boot ein. "So durfte ich in der wunderschönen ,Bay Of Islands' Silvester auf einer Yacht vor der neuseeländischen Ostküste verbringen." Auch Kajakfahren und Schnorcheln im 21 Grad frischen Wasser standen auf dem Tagesplan. Im Grunde war es wie Zuhause, nur bei 26 Grad Lufttemperatur statt Frost: "Irgendwo sind große Feten, auf denen man bei gutem Essen feiert und wartet bis Mitternacht, um die Raketen zünden."

Freiheit des Reisens


Zur Zeit fällt es Benedikt Gebhard sehr schwer, daran zu denken, dass er spätestens im September 2016 wieder zurück sein muss. Denn dann will er sein Abitur an der BOS nachholen. Natürlich freut er sich sehr, seine Familie und Freunde bald wiederzusehen. Aber eins weiß er jetzt ganz genau: "Die Freiheit des Reisens ist einfach eine super Erfahrung. Jedem, der sich traut, den Sprung zu wagen, kann ich das nur empfehlen."
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