Starkbierabend des Stiftländer Heimatvereins
Wenn "Don Ewaldo" stichelt

"Don Ewaldo" (Dritter von rechts), alias Ewald Oppl, teilte beim Starkbierabend munter aus. Für beste musikalische Unterhaltung sorgte die Falkenberger Zoiglmusik. Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
22.02.2016
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Sein Einfallsreichtum scheint unbegrenzt. Ewald Oppl ist als Wiesauer Nikolaus bekannt und geschätzt. Doch was macht er zwischen Heiligabend und Advent? Auf jeden Fall nicht ausruhen. Und so hatte er beim Starkbierabend des Stiftländer Heimatvereins einen großen Auftritt.

In brauner Mönchskutte, mit dunklem Fastenbier in der Hand, übernahm der Nikolaus in Wartestellung am Samstagabend die Rolle des Bruder Barnabas. Mitgebracht hatte der Prediger dicke Sündenregister.

Der Auftritt beim Starkbierabend im "Heimatvereinsvereinsheim" (Originalton Ewald Oppl) steigerte sich von Pointe zu Pointe zu einem köstlichen Vergnügen. Oppl gefiel mit einer Fülle kleiner und großer Sticheleien. Auch einige deftige Sprüche waren dabei. Die Betroffenen nahmen es gelassen. Er käme vom Orden der "Familianer", gestand er verschmitzt: Sein Name sei nicht Barnabas, sondern "Don Ewaldo". "Familianer", ergänzte er, seien moderne Ordensleute. Gemäß der Bibel ("Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei") pflege er ein normales Familienleben und lebe strikt nach der liebenden Ideologie des Korintherbriefes. Sein Domizil sei bekanntlich oberhalb des Rathauses. Neben ihm und seiner Gattin beherberge es auch einen Sohn und eine heranwachsende Tochter. Don Ewaldo verkündete stolz: "Daher haben die ,Familianer' keine Nachwuchssorgen."

Paradies


Die "schonungslose" Abrechnung mit "seinen Wiesauern" und den Vereinsvertretern tat sicher etwas weh. Magendrücken verursachte der sympathische Mönch aber nicht. Dass man das Paradies durchaus mit der Marktgemeinde Wiesau vergleichen könne, leuchtete im Verlauf der Predigt ein. Dass die Wiesauer Eden hätten retten können, erfuhren sie häppchenweise. Ewalds Überlegungen, was gewesen wäre, wenn die Wiesauer von der verbotenen Frucht gegessen hätten, geriet schließlich zum vergnüglichen Ausflug in das erste Buch Mose.

Nur mit Pflückhilfe


Übrigens, dass vom verbotenen Ast überhaupt genascht wurde, sei dem Hausherren selber anzulasten: Hätte der Gute nur aufgepasst und den Baum abgesperrt, ergänzte er pfiffig und vermutete: Die Vorsitzende des Frauenbundes hätte wahrscheinlich anstatt die Frucht zu verspeisen eher einen leckeren Apfelkuchen daraus gebacken, um diesen beim Pfarrfest gewinnbringend veräußern zu können. Dem Rathauschef wäre das Naschen aufgrund seiner Statur schon gar nicht erst möglich gewesen. Andernfalls wäre die Pflückhilfe einiger Gefolgsleute nötig gewesen.

So zog "Don Ewaldo" munter vom Leder und folgerte: Die Arche zu bauen wäre hier unmöglich. "Dazu braucht man Bretter und Balken." Seitens der einheimischen Sägewerke sei aber regelmäßig mit erheblichen Lieferzeiten zu rechnen. Da hätte der Regen längst aufgehört. Im Eifer des Gefechts verirrte sich der Prediger auch in die neutestamentarische Bergpredigt, blinzelte in Richtung Dreifachturnhalle und schloss: Die Speisung der 5000 kenne man hier längst schon, dazu brauche man keine Wunder, die Seligpreisungen schon eher. Stets forderte der Fastenprediger zum Prosit auf, nahm gerne auch einen Schluck und verriet: "Die böse Schlange wäre sicher schon weiß-blau umlackiert, hätten im Garten Eden gewisse Vereinsvertreter das Sagen gehabt."

Bleibt noch anzumerken: Auch die leckeren Brotzeiten und die stark aufspielende Falkenberger Zoiglmusik trugen zum Erfolg des Starkbierabends bei.
Die böse Schlange wäre sicher schon weiß-blau umlackiert, hätten im Garten Eden gewisse Vereinsvertreter das Sagen gehabt."Don Ewaldo" (Ewald Oppl)
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