Tag der Oberpfälzer in München
Botschafter und Brückenbauer

Lange musste sie auf ihren Auftritt warten. Charmant eroberte sich die Tanzgruppe des Stiftländer Heimatvereins die Herzen der Gäste. Bild: wro
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Wiesau
09.11.2016
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Die Schlussakkorde waren dem Musikverein Wiesau unter der Leitung von Patrick Oroudji vorbehalten. Bild: wro

Hoch her ging es am Sonntag in München beim "Tag der Oberpfälzer". Rund 200 Wiesauer reisten in die Landeshauptstadt und präsentierten sich als Kulturbotschafter der Region.

Wiesau/München. "Ursprünglich war der ,Tag der Oberpfälzer' in München ein reiner Totengedenktag", erzählte Dieter Ganzenmüller, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Oberpfälzer Heimatvereine in München. "Man feierte im Alten Peter die Messe, anschließend traf man sich in den Vereinsheimen zum geselligen Beisammensein." Den Feiertag gab es schon vor über 100 Jahren. Im Laufe der Zeit wurde daraus ein Oberpfälzer Heimattag mit Sitzweil im Festsaal des Münchner Hofbräuhauses. Ausrichter ist jeweils eine andere Oberpfälzer Gemeinde.

Vor rund einem Jahr bereits bemühte sich die Marktgemeinde Wiesau mit Erfolg um die Organisation des Treffens 2016. Bürgermeister Toni Dutz rührte kräftig die Werbetrommel. Acht junge Wiesauer Ministranten in Oberpfälzer Tracht standen nun am Sonntag am Altar im Alten Peter - begleitet von Fahnenabordnungen der Oberpfälzer Heimatvereine Münchens. Pater Provinzial Gregor Lenzen zelebrierte den Festgottesdienst. Bürgermeister Toni Dutz, Bundestagsabgeordneter Reiner Meier, Dieter Ganzenmüller und die mitgereisten Wiesauer hatten in den vorderen Bankreihen Platz genommen. Der voll besetzte Alte Peter war fest in Oberpfälzer Hand. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Musikverein Wiesau und dem Gesangverein aus Schönhaid unter der musikalischen Leitung des Dirigentenduos Patrick Oroudji (Musikverein) und Gottfried Hofmann (Gesangverein). In seiner Festpredigt betonte der Passionistenpater: "Es ist immer wichtig, sich auf seine Wurzeln und seine Herkunft zu besinnen." Nur wer sie kenne, könne auch wachsen. Die Fürbitten las Wiesaus zweiter Bürgermeister Fritz Holm.

Sitzweil im Hofbräuhaus


"Die Wurzeln soll man nie verleugnen", mahnte auch Bürgermeister Toni Dutz bei der anschließenden Sitzweil im mit rund 600 Gästen besetzten Festsaal des Hofbräuhauses. Wiesau als kultureller Botschafter sei ein Brückenbauer von der nördlichen Oberpfalz zu den in der Münchner Landeshauptstadt lebenden Oberpfälzern, fügte das Wiesauer Gemeindeoberhaupt hinzu. Mit ihrem Rahmenprogramm konnten sich die Nordoberpfälzer vor den Festgästen sehen lassen. Den musikalischen Auftakt machte die Falkenberger Zoiglmusik. Mit ihren Instrumenten wanderten sie von Tisch zu Tisch. Kurzweilig und mit viel Humor stellte Bürgermeister Dutz die weiteren Mitwirkenden vor, war launiger Moderator und Mit-Gastgeber zugleich. Den Auftakt machte der Schönhaider Männergesangverein mit seinem Sängergruß und dem Oberpfalzlied, gefolgt von der "Hutzamusi" des Stiftländer Heimatvereins und dem Gesangsduo "Wiesawie" (Martina Koller und Karl-Heinz Konrad). Letztere durften erst nach einer vehement vom Publikum geforderten Zugabe - einem humorvollen Beitrag zur Fuchsmühler Wallfahrt - die Bühne verlassen. Die Herzen auf ihrer Seite hatte zweifellos die noch junge Tanzgruppe des Stiftländer Heimatvereins. Sie musste fast bis zuletzt auf ihren Einsatz warten. Vom Publikum begeistert umjubelt zeigten sie ihren Stern-, Mühlradl- und Fensterltanz.

Mit einem kleinen Präsent bedankte sich der Sprecher der Oberpfälzer Heimatvereine Dieter Ganzenmüller bei Sabine Saller. Die "rechte Hand" von Bürgermeister Toni Dutz hatte im Vorfeld die Fäden gezogen; ihr war es mit zu verdanken, dass aus dem bunten Kulturprogramm eine mehr als runde Sache wurde. Moderator Toni Dutz zeigte sich am "Tag der Oberpfälzer" nicht nur von den Auftritten seiner Wiesauer, sondern auch von der an einer Bühnenleinwand gezeigten Bilderfolge begeistert. Eindrucksvoll stellte er die Schokoladenseiten der Marktgemeinde Wiesau vor und versprach erst dann wieder weiterzumachen, wenn das Ratschen eingestellt werde. Es war halt ein Heimattag, an dem man sich viel zu erzählen hatte. "Kommt nach Wiesau", bat Dutz, denn "in Wiesau is schöi!" Mit der Bayernhymne - gespielt vom Musikverein Wiesau - erreichte die Sitzweil schließlich ihren endgültigen Höhepunkt. Einen Wunsch jedoch hatte der Bürgermeister, dessen Wurzeln auch im Sudetenland liegen, aber noch: Bevor es wieder nach Hause ging, wollte er den "Böhmischen Traum" hören.

Die Wurzeln soll man nie verleugnen.Bürgermeister Toni Dutz
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