Theo Waigel 25 Jahre nach Rede als Finanzminister erneut in Wiesau - Noch vier ...
Bescheiden auch in der Kirchenbank

70 Jahre beim Bezirksverband ist der Velburger Altbürgermeister Ottfried Schmitt (Dritter von links). Für seine Verdienste wurde er in Wiesau ausgezeichnet. Ehefrau Hemma, Hans Spitzner, Albert Füracker und Theo Waigel (von links) gratulierten. Bild: wro
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Wiesau
05.07.2016
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70 Jahre beim Bezirksverband ist der Velburger Altbürgermeister Ottfried Schmitt (Dritter von links). Für seine Verdienste wurde er in Wiesau ausgezeichnet. Ehefrau Hemma, Hans Spitzner, Albert Füracker und Theo Waigel (von links) gratulierten. Bild: wro

Fast wäre der Ehrengast zu spät gekommen. Die mehrstündige Anfahrt von seinem schwäbischen Heimatort nach Wiesau verzögerte sich wegen diverser Staus. Theo Waigel war als Festredner zum 70. Geburtstag der Oberpfälzer CSU eingeladen und mischte sich bescheiden unters Volk. Die vordersten Bänke überließ er seinen Parteifreunden und suchte sich ein Plätzchen neben der Mutter von Bürgermeister Toni Dutz in der Sankt Michaelskirche.

66 Zündholzer, darüber flammende Herzen als großes Mobile über dem Altarraum - der symbolhafte Kirchenschmuck deutete schon auf die Firmung am darauffolgenden Tag hin. Doch die Flammenzungen waren auch als Fingerzeig für die Aufbruchsstimmung zu sehen, damals vor 70 Jahren gleich nach dem Krieg.

"Gibt es eine christliche Politik?", fragte Dekan Georg Flierl in der Festpredigt provozierend. "Ein Maurer braucht sein Gewissen nicht zu befragen, wenn er ein Haus baut. Die Gefahr, in ideologische Fallen zu tappen, stellt sich ihm wohl kaum." Flierl erinnerte an die Sterne in der Europafahne und die Beschreibung des Sternenkranzes im Neuen Testament. Nicht ohne Grund habe die Bayernhymne Einzug in das neue Gotteslob gefunden, zog Flierl eine weitere Verbindung zwischen Christentum und Politik. Er mahnte abschließend, die Zukunft - vor allem die Geschicke Europas - nicht den Technokraten zu überlassen.

Die wenigen Meter zum Festsaal war Theo Waigel vor genau 25 Jahren schon einmal gegangen, und zwar als Bundesfinanzminister auf Wahlkampftour. Viele Parteifreunde sowie ein Ständchen von der Falkenberger Zoiglmusik erwarteten ihn diesmal im Pfarrzentrum. Nach Grußworten von Staatssekretär Albert Füracker, Gastgeber Toni Dutz und MdL Tobias Reiß hielt der Ehrengast einen kurzweiligen Rückblick auf die 70-jährige Geschichte seiner Christsozialen (wir berichteten). Er erinnerte an die schwere Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als 15 Millionen Menschen heimatlos waren. "Wahrscheinlich war damals kaum einer bereit, in eine neugegründete Partei einzutreten", fuhr Waigel fort. Besonders an die jüngeren CSU-Mitglieder wandte sich der Redner. Nicht das, was bei den Leuten ankommt, solle das Ziel sein: "Macht das, was ihr für richtig haltet. Stellt euch hin und kämpft auch dafür!"

"Liebe Freunde, ihr dürft stolz auf die CSU sein, vor allem auf das, was wir in den 70 Jahren geleistet haben", sagte er abschließend und übernahm eine besondere Ehrung. Von den noch lebenden Urgesteinen, vier Gründungsmitgliedern der Oberpfälzer CSU, war nur der 90-jährige Velburger Altbürgermeister Ottfried Schmid mit seiner Gattin nach Wiesau gekommen. Staatssekretär Füracker überreichte eine Auszeichnung des Bezirksverbandes, Gattin Hemma erhielt einen Blumenstrauß. Die Gründungsmitglieder Ursula Faulhaber (Tirschenreuth) sowie Hildegard und Hubert Bösl (Neumarkt) hatten sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt.

Für den gemütlichen Teil während des großen Festabends sorgte weiter die Falkenberger "Zoiglmusi", für das kulinarische Drumherum André Putzlocher mit seinem fleißigen Team von der Wiesauer Hotel- und Tourismusschule.
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