Theresia Konrad erzählt beim 90. Geburtstag von der schweren Arbeit am "Weberandershof"
Für Hobbys blieb keine Zeit

Die ehemalige Bäuerin Theresia Konrad (vorne) feierte 90. Geburtstag. Tochter Margot (rechts) und zweiter Bürgermeister Fritz Holm (links) gratulierten und wünschten viel Gesundheit. Bild: wro
Vermischtes
Wiesau
25.08.2016
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Ein sorgenfreies Leben war Theresia Konrad (geborene Konz) beileibe nicht beschieden. An ihrem 90. Geburtstag erinnert sich die Jubilarin vom Wiesauer "Weberandershof" nicht nur an die fernen Jahre ihrer Jugendzeit, mit Wehmut denkt sie auch an die unseligen Ereignisse während der 1930er und 1940er Jahre zurück: "Ich besuchte die Weidener Realschule. Wie jeder junge Mensch hatte auch ich den einen oder den anderen Plan. Dann kam der Zweite Weltkrieg, die Träume zerplatzten wie Seifenblasen und plötzlich war vieles anders."

Mit 18 Bäuerin


Keinesfalls wollte sie den elterlichen Hof übernehmen. Aber das Schicksal wollte es anders. Der ältere Bruder zog in den Krieg. "Heimgekommen ist er nicht mehr", klagt sie. "Mit einem Mal war halt dann ich - als 18-Jährige - die zukünftige Bäuerin am Weberandershof." Im Beisein ihrer Tochter Margot, die sie liebevoll umsorgt, und von zweitem Bürgermeister Fritz Holm erinnert die Witwe und vierfache Mutter an ihrem 90. Geburtstag an die schwere Zeit vor über 70 Jahren, freilich auch an die nicht minder drückenden Nachkriegsjahre. 1952 heiratete sie in Regensburg den aus Leugas stammenden Josef Konrad. Gemeinsam bewirtschafteten die Eheleute fortan den "Weberandershof", der wohl mit zu den ältesten Anwesen Wiesaus zählt. 1607 wurde er von einem gewissen Hans Fischer gleich gegenüber der Pfarrkirche St. Michael erbaut. Mit seinem langgestreckten Wohnhaus und dem markanten Holzkreuz am Ostgiebel prägt der Hof seitdem das Ortsbild.

Nach ihrem Hobby oder einer anderen Lieblingsbeschäftigung gefragt, lächelt Theresia. "Oh je", winkt sie gleich wieder ab. "Unsere vier Kinder, dazu die schwere Arbeit auf dem Hof, glauben Sie mir, ich hatte reichlich zu tun. Die Strapazen auf den Feldern, im Stall und im Haus ließen mir nicht allzu viel Zeit für ein Hobby." Früher habe sie gerne und viel gelesen, natürlich auch die Tageszeitung. Aufgrund einer Augenkrankheit sei das aber leider nicht mehr möglich. Die 58-jährige Tochter betet mit der Mutter - so oft es halt geht - den Rosenkranz, begleitet sie beim regelmäßigen Kirchgang. Den 90. Geburtstag möchten sie gemeinsam feiern, in aller Stille, meint Margot. Richtig angestoßen werde am Sonntag. "Dann möchten wir unsere rüstige Jubilarin hochleben lassen, den 90. Geburtstag gebührend feiern", verspricht die Tochter.

Dorfgeschichten


Mit einem Gläschen Sekt in der Hand gratuliert zweiter Bürgermeister Fritz Holm. Im Namen der Marktgemeinde überbringt er Grüße und Glückwünsche. Mit dabei hat er einen "gesunden" Gutschein aus der Apotheke sowie ein kleines Büchlein mit vielen Dorfgeschichten und Bildern aus dem alten Wiesau.
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