Messung verspricht wieder gute Karpfen-Ernte
Von wegen fett und modrig

Der Fisch-TÜV am Kornthaner "Walzhof" fällt durchweg positiv aus. Alexander Schiener vom Fischerzeugerring und Teichnixe Lena Bächer sind zufrieden. Bild: wro
Wirtschaft
Wiesau
14.09.2016
229
0

Es herbstelt im Land der 1000 Teiche, die Zeit der Karpfen-Ernte steht bevor. Dass aus den Gewässern hochwertige Speisefische entnommen werden können, ist kein Zufall und schon gar keine Laune der Natur.

Kornthan. Lange Zeit hatte der heimische Karpfen mit einem Imageproblem zu kämpfen. Nicht ganz vorurteilsfrei fürchtete man dessen vermeintlich modrigen Geschmack, die unzähligen Y-Gräten verdarben den Genuss. Auch vom fetten Fisch war so oft die Rede. Sehr zu Unrecht, wie Alexander Schiener vom Fischerzeugerring Oberpfalz im Beisein von "Teichnixe" Lena Bächer erklärt

Gezielt holt Teichbauer Stock vom Kornthaner "Walzhof" mit einem Kescher einen Prachtburschen aus dem Wasser. Prüfend betrachtet ihn der Gast vom Fischerzeugerring. In seiner Hand hält er ein kleines Kästchen, wenig größer als eine Zigarrenkiste. Behutsam "befühlt" er mit dem Gerät den zappelnden Karpfen, um anschließend an insgesamt vier Messpunkten den Fettgehalt des Tieres feststellen zu können. Mit dem Ergebnis zeigen sich sowohl Alexander Schiener, als auch Wolfgang Stock hoch zufrieden. Mit 7,5 Prozent steht der Karpfen gut im Futter und erfüllt die gewünschte Norm von weniger als 10 Prozentpunkten. Weitere Tiere unterschiedlichster Größe folgen. Auch sie lassen die stress- und schmerzfreie Prozedur geduldig über sich ergehen. Ausreißer sind nicht dabei. Seit gut acht Wochen bereist Schiener mit seinem Fisch-TÜV die Bauernhöfe, besucht der Reihe nach die unzähligen Oberpfälzer Karpfenteiche. Das Messverfahren - in Irland entwickelt - wurde ursprünglich bei der Lachszucht eingesetzt. Das 6000 Euro teure Kästchen ermittelt per Ultraschall den Fettwert des Karpfens.

Teichnixe Lena Bächer hat im elterlichen Betrieb bereits sehr viel Erfahrung bei der Fischzucht gesammelt. Die junge Muckenthalerin weiß, wie wertvoll die Teichwirtschaft ist, und empfiehlt: "Esst mehr Fisch." Fischzüchter Wolfgang Stock schätzt die wertvolle, fachlich kompetente Zusammenarbeit mit dem Fischerzeugerring sehr. Ein wenig Probleme bereite zurzeit das ungewöhnlich warme Wetter: "Mit solch einem Spätsommer haben auch wir nicht gerechnet."

Zweifellos waren das Frühjahr und der Frühsommer alles andere als zufriedenstellend, in den letzten Wochen haben die Karpfen aber gut aufgeholt. Bis zum Abfischen aber erwartet Stock eher einen "normalen" Herbst, vor allem aber eine gute Ernte: "Wir können zufrieden sein", fügt der "Walzbauer" lächelnd hinzu.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.