"Tag der offenen Gartentür" am 26. Juni in Bernstein und Haus Johannisthal
Schnitt für Schnitt ins Paradies

Elisabeth Hösl (rechts) hat sich wenige Tage vor Beginn des Tages der offenen Gartentür noch eine Art Burgmauer in den Kopf gesetzt. Ihr Sohn nimmt sich fürs Steineschleppen gerne Urlaub.
Freizeit
Windischeschenbach
22.06.2016
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"Nur die Harten, kommen in den Garten." Dieses Sprichwort nehmen sich die Bernsteiner zu Herzen. Sie mähen, jäten, kehren und schneiden. Bis Sonntag, 26. Juni, sollen ihre kleinen Paradiese bereit sein für Hunderte Besucher am Tag der offenen Gartentür.

Bernstein. Der Sohn von Elisabeth Hösl hat sich extra frei genommen, um die Mauer fertig zu bauen. "Ich denk mir immer irgendwas aus und er macht dann", erzählt sie. Diesmal hat sich die Mutter eine Art Burgmauer vorgestellt, und Alois junior setzt das gerne um. Auch das Hochbeet mit Kräuterspirale und das Mosaikpflaster im Senkgarten hat er gemauert.

"Meinst du, da kommen wirklich so viele Leute", fragen viele Gartenbesitzer Anita Greger bei ihrem Rundgang durchs Dorf. Sie ist Vorsitzende des Verschönerungsvereins in Bernstein, der den Tag der offenen Gartentür organisiert. Ja, da ist sie sich sicher. Denn das kleine Dorf hat in den sieben Gärten einiges zu bieten. Greger präsentiert ein mehrere Meter hohes Weiden-Tipi. "Die Äste haben wir im Frühjahr geschnitten, ins Wasser gestellt und im Spätsommer eingepflanzt", erzählt sie. Das sei ein tolles Versteck für die Kinder.

Viel Schmuck in ihrem Garten hat sie selber gemacht und Materialien wie alte Dosen und kaputte Regentonnen wiederverwertet. Der ökologische Gedanke ist ihr wichtig. "Wir benutzen keine Spritzmittel." Auch wegen der Singvögel. "Letztes Jahr haben wir mehr als zehn Arten gezählt." Die Vorsitzende ist auch jetzt eifrig am Werkeln. Sie bastelt kleine Insektenhotels und Gartenschmuck zum Verkaufen.

"Rhododendron und der Mohn sind schon verblüht. Der Flox, der Lavendel und die Lilien kommen noch", hofft Veronika Nawroth und läuft geschäftig über ihr Grundstück. "Wenigstens die Rosen werden noch aufgehen." Sie zeigt auf die Tausenden Knospen in ihrem Siedlungsgarten. Durch den Regen ist die Blüte vieler Pflanzen verzögert. Doch das meiste wird rechtzeitig erblühen. Nicht nur die Blumen sind eine Schau, sondern auch der Gartenschmuck, wie selbstgebaute Tiere aus alten Metallteilen und Lebensweisheiten auf Topfdeckeln und Tonscherben. Einen davon hat auch Hösl auf Lager: "Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden." Der Spruch stamme von dem berühmten Pflanzenzüchter Karl Foerster. "Davon bin ich auch stark betroffen", fügt die Hobby-Gärtnerin lachend hinzu.

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/1677239

Hier öffnet die GartentürDer Tag der offenen Gartentür in Bernstein beginnt am Sonntag, 26. Juni, um 9 Uhr mit einer Messe in St. Nikolaus. Um 10 Uhr gibt es am Feuerwehrhaus ein Weißwurst-Frühstück und Grillfleisch. Dann öffnen die Gartenbesitzer ihre sieben Gärten bis 17 Uhr. Überall im Dorf gibt es Verpflegung, etwa Holunder- und Apfelküchl, Wurstspezialitäten sowie Zoigl. Auch das Haus Johannisthal bietet Führungen über das neue ein Hektar große Außengelände um 13, 14.30 und 16 Uhr. Um 17 Uhr ist in der Hauskapelle ein Gottesdienst mit anschließender Begegnung. Es gibt Kaffee und Kuchen.
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