Axel Zwingenberger am Schafferhof
Rasende Finger auf dem Piano

Nicht nur lauter klingt es mit dem offenen Klavier. Wenn man sieht, wie schnell sich die Mechanik beim Klavierspiel von Axel Zwingenberger bewegt, mag man es kaum glauben. Mit seinem Boogie Woogie brachte der Musiker es sogar zum Wackeln. Bild: zaf
Kultur
Windischeschenbach
24.10.2016
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Wenn er spielt, bewegen sich nicht nur seine Finger in rasendem Tempo. Sein ganzer Körper geht mit, der rechte Fuß stampft den Takt. Axel Zwingenberger lebt den Boogie Woogie und den Blues.

Neuhaus. Es gibt kaum eine Bühne, auf der er noch nicht gespielt hat. In 50 Ländern auf 4 Kontinenten ist er in über 4000 Konzerten aufgetreten. Und nun begeistert er mit dem "Schafferhof-Blues" die Zuhörer in der gleichnamigen Location. Am Anfang sieht man nur einzelne Leute im Rhythmus mit dem Kopf nicken, später gibt es kein Halten mehr. Es wird mitgeklatscht, immer wieder gibt es Zwischenapplaus nach einer virtuosen musikalischen Einlage.

Mit dem Stück "Bass gone crazy" verdeutlicht Zwingenberger die Wichtigkeit des "Grooves", der beim Boogie Woogie immer gleich sein muss. "Man muss ja eine besoffene Kneipe in Schwung bringen", scherzt der Pianist.

Zu dem "Dark Eyes Boogie" hat ihn die Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn inspiriert. Deshalb ist in der Melodie ein Hauch von Russland zu hören. Hauptsächlich sind es tatsächlich Eigenkompositionen, die der Musiker darbietet.

Dass man viel Durchhaltevermögen und Kraft in der linken Hand braucht, zeigt Zwingenberger bei seinen oft sehr langen, aber nie langweilig werdenden Stücken. Immer wieder setzt er noch einen drauf, spielt einen Abschnitt noch etwas schneller. Doch nicht nur für den Boogie begeistert sich der Künstler, wie er selbst erzählt. Auch alte Dampflokomotiven haben es dem Norddeutschen angetan, unter anderem wegen des rollenden Rhythmus, den auch der Boogie hat.

Dampflokgeräusche


Auf einer seiner CDs hat er sogar Aufnahmen von solchen Dampfloks veröffentlicht. "Wenn Ihre Nachbarn wissen sollen, dass Sie zuhause sind", lacht Zwingenberger. Am Ende will ihn das Publikum gar nicht mehr gehen lassen. Sie rufen nach Zugaben. Den Gefallen tut ihnen der Pianist natürlich gerne. Schließlich muss man es auskosten, wenn man einen so begnadeten Musiker zu Gast hat, der sogar in die "Boogie Woogie Hall of Fame" aufgenommen wurde.

Mit dem letzten Lied geht ein Abend voller Humor, musikalischer Großartigkeit und lustiger Anekdoten aus dem Musikerleben zu Ende.
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