Django Asül feiert Vorpremiere von „Letzte Patrone“ auf der Futura-Bühne in Windischeschenbach
Einfach mal auf Arbeit verzichten

Kultur
Windischeschenbach
29.02.2016
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Von Jörg Otto

Windischeschenbach. Einmal mehr ist die Kleinkunstbühne der Futura '87 ein Testlabor für Kabarettisten. Hier feierten schon Andreas Giebel, Luise Kinseher und viele andere bedeutende Kabarettisten Vorpremiere. Am Wochenende verschoss Django Asül zum ersten Mal die "Letzte Patrone". Teilweise vom Blatt gelesen, aber nie von Pappe sind die Gags und Pointen, die Asül auf sein Publikum abfeuert, das er dann auch gleich einbezieht.

Spenden kann jeder


Er sei sich der Dankbarkeit der Menschen bewusst, deswegen wolle er etwas davon zurück geben. "Aber spenden kann ja jeder Depp." Deswegen denke er über anderes Engagement nach. "Die Freiwillige Feuerwehr fand ich schon immer gut. Auch weil ich deswegen einmal in der Schule eine Mathe-Ex nicht mitschreiben musste." Allerdings habe er bald bemerkt, dass man sich nicht aussuchen könne, wann die Sirene los geht. Überhaupt hatte Asül nie viel Spaß in der Mathematik, respektive Mengenlehre. "Da bin ich auch zum ersten Mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen: Kommutativ-, Assoziativ- und Distributivgesetz." Aber das nur nebenbei.

Das zivilgesellschaftliche Engagement seiner Wahl sei für ihn die Bürgerwehr in Hengersberg, wobei er dabei auf den obligatorischen Kampfhund verzichtet hätte. "Ein Pfefferspray war mir aber zu wenig. Ich habe mir gleich eine Pfeffermühle besorgt." Gegen diffuse Ängste helfe ohnehin nur eine Schrotflinte: "Weil die sehr gut streut". Natürlich war auch das Flüchtlingsthema auf der Agenda des Niederbayern mit türkischen Wurzeln am Cappuccino-Stammtisch. "Ich hab nichts gegen Flüchtlinge. Ich habe aber auch nichts gegen Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat - aber bei fünf Schnitzel ist es dann aus. Ab einer gewissen Menge spielt Quantität eine Rolle." Klar hätten ihn die Vorkommnisse an Silvester in Köln bewegt. Da sollen ja ganz viel Nordafrikaner dabei gewesen sein. "Aber da musst ja kein Marokkaner sein. Da langt's, wenn du ein Volldepp bist."

Geld in Autos investiert


Auch das niedrige Zinsniveau besorgt Asül und er empfiehlt zur Vermögensbildung das Buch von Carsten Maschmeyer, mit wichtigen Tipps. Entscheidend sei das Delta zwischen Einnahmen und Ausgaben. "Das ist revolutionär. Wenn man mehr einnimmt als man ausgibt, macht man ein Plus." Sein Geld investiert der Kabarettist nach eigener Aussage in schnelle Autos. Das aktiviere das Belohnungssystem. "Aber ich fahr nicht im Suff, also im SUV. Da drin haben die Leute ein subjektives Sicherheitsempfinden. Das brauch ich nicht. Ich habe ja meine Pfeffermühle."

Ein weiterer Programmpunkt widmet sich der Europa-Frage. Das fange ja schon damit an, woher der Begriff Europa komme. "Europa war eine schöne Phönizierin, die von Zeus geraubt wurde, in Gestalt eines Stieres. Warum ein Stier? Weil der Grieche scharf auf Agrarsubventionen war." Subventionen hat Asül nicht nötig, auch wenn er beim Abitreffen einige getroffen habe, die deutlich mehr arbeiteten als er. Er kompensiere das übers Einkommen. "Deswegen mein Tipp: Einfach mal auf Arbeit verzichten." Gegen Ende seines Testlaufs schloss der Kabarettist den Kreis. In der Rente wolle er sich ehrenamtlich engagieren. "Zum Beispiel als Jugendwart im Krieger- und Veteranenverein."
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