Donnernder Applaus und viele Zugaben
Chor „Bella Voce“ beeindruckt mit geistlichem Konzert in der Pfarrkirche St. Emmeram

Habtom und Yohans aus der Flüchtlings-Wohngruppe Neuhaus machten mit.
Kultur
Windischeschenbach
22.06.2016
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Ein Konzert mit dem Chor "Bella Voce" ist immer wieder ein Erlebnis. Bilder: wrt (3)

Der Chor "Bella Voce" lieferte am Sonntagabend in der Pfarrkirche St. Emmeram einen weiteren Beweis seiner Qualität. Unter der Gesamtleitung von Chordirektor Helmut Wolf zeigten Instrumentalisten und Solisten einen beeindruckenden Querschnitt durch das Repertoire.

Pfarrer Hubert Bartel würdigte die viele Arbeit bis zum Konzert und wünschte ein "gesegnetes Genießen". Das Publikum hörte modernes geistliches Liedgut, Psalmen, barocke Stücke wie das "Hallelujah" von G.Fr. Händel oder Spirituals. Die 44 Chormitglieder, die rund ein dreiviertel Jahr Probenarbeit investiert hatten, zeigten, dass sich die Arbeit sich gelohnt hat.

Perfektes Zusammenspiel


Andreas Kurz an der Orgel eröffnete das Konzert mit dem Praeludium in C (Bach-Werk-Verzeichnis 553), das - wie die Zuhörer erst später erfuhren - aufgrund einer Verletzung nur mit neun Fingern gespielt wurde. "Wo Menschen sich vergessen" , "Irische Segenswünsche" und "Hebe deine Augen auf" von Felix Mendelssohn sang der Chor. Bei "Gott hat mir längst einen Engel gesandt" aus dem Musical "Daniel" beeindruckte Sopranistin Hannah Bräuer mit Solopassagen. Das Trio "Kreizderquer" mit Michaela Gaach (Zither), Monika Burkhard (Violine) und Johanna Schmidt (Violine) interpretierte "Thernberger Hochzeitsstückl'n" und "Tabita" von Kathi Stimmer-Salzeder. Die drei Musikerinnen sind eine harmonische Einheit mit perfektem Zusammenspiel. Es folgten Querflöten (Laura Mauerer und Doris Weber) und Cembalo (Helmut Wolf), die mit Stücken aus der "Feuerwerksmusik" von G.Fr. Händel überzeugten.

Beim Gospelsong "Burden down Lord" wechselte der Gesamtchor mit Solistin Monika Burkhard und den Männerstimmen. Bei "O happy Day" bekam "Bella Voce" Unterstützung von Habtom und Yohans (Percussion), zwei jungen Männern aus der Flüchtlings-Wohngruppe Neuhaus. Obwohl geplant war, sich den Beifall für das Ende des Konzertes aufzuheben, erhielten die Mitwirkenden nach diesem Stück spontanen Applaus. Das bekannte "Halleluja" von Leonard Cohen trugen Männer, Frauen und alle Sänger eindrucksvoll im Wechsel vor. "Kreizderquer" mit Zither und den Sopranistinnen Monika Burkhard und Johanna Schmid sangen und spielten gefühlvoll das Ave Maria von Hans Biedermann. Lars Amann an der Orgel zog alle Register im wörtlichen und übertragenen Sinn bei den mächtigen Klängen der Tocata und Fuge d-moll BWV 565 von J.S. Bach. "Sei stille dem Herrn" von Felix Mendelssohn sang Monika Burkhard, begleitet von Helmut Wolf an der Orgel.

Zugabe aus Taizé


Wie vorauszusehen, konnten sich die Chormitglieder nach dem letzten Liedblock, der Stücke wie "Der Her ist mein Hirte" und "The Lord bless you and keep you" enthielt, noch nicht verabschieden. Begeisterter Applaus wurde mit einer Zugabe beantwortet: einem spanischen Lied aus Taizé. Bei der zweiten Zugabe, "Bless the lord my soul" zog der Chor - auch optisch beeindruckend - bei immer leiser werdendem Gesang aus der Kirche. Dass das Konzert ein Ohrenschmaus war, das hat vielleicht auch das Storchenpaar so empfunden, das tief über der Pfarrkirche kreiste und sich Besucher und Akteure nach dem Konzert vom Kirchendach aus ansah.
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