Faszinierendes Material mit Zukunft

Kultur
Windischeschenbach
11.12.2014
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Der Tourismusverband Ostbayern schreibt alle zwei Jahre den Glasstraßenpreis aus. Damit soll vor allem ein Stoff in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden, der wie kaum ein anderer in der Region Identität stiftet.

Dabei geht es nicht nur um Fortsetzung einer jahrhundertelangen Tradition, es geht auch um industrielle und künstlerische Zukunft und auch um eine starke kulturelle Verbindung über die Grenzen hinweg. Am Dienstag wurde in Windischeschenbach der Glasstraßenpreis zum achten Mal verliehen.

Der Bayerische und der Oberpfälzer Wald verbinden wie keine andere Region herausragende Glaszentren - über 70 an der Zahl - zu einer Linie. Diese hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten Ferienstraßen und Ausflugsrouten in Deutschland und Europa entwickelt - mit Verbindungen über die Grenze nach Tschechien. Von dort wirken zum Beispiel herausragende Glaskunst-Schulen in den ostbayerischen Raum hinein. Die Verbindungen dokumentieren sich in schönen Ausstellungen.

In diesem Jahr erhielten den Glasstraßenpreis, den der Tourismusverband Ostbayern ausschreibt, der Arbeitskreis Agenda Glas in Zwiesel für die Ausschreibung des Glaskunstförderpreises "Zwieseler Kölbl", die Glasfachschule Zwiesel für die Innengestaltung der katholischen Kirche in Regenhütte, Reinhard Schmid aus Viechtach für seine spezielle Glasmaltechnik "Sous Verre", die die traditionelle Hinterglasmalerei fortsetzt und weiterentwickelt.

Ehrenpreis nach Kelheim

Den Ehrenpreis der Glasstraße bekommt in diesem Jahr Gernot Merker aus Kelheim. Merker leitet ein Unternehmen, das Glasindustrie und Glasveredler mit speziellen Werkzeugen beliefert. Der Nachwuchspreis "Zwieseler Kölbl bietet jungen Künstlern eine Gelegenheit, sich vor breitem Publikum zu präsentieren und beachtliche Verkaufserfolge zu erzielen.. Der "Zwieseler Kölbl" ergänzt die Glaskunstausstellung "Zwieseler Glastage", an der auch internationale Künstler teilnehmen. Die Innenausgestaltung der Kirche in Regenhütte ist eines der größten Außenprojekte der Glasfachschule Zwiesel. Die Diözese Passau hat hierzu den Auftrag erteilt. Die Klasse der Glasbilder hat den Gesamtauftrag konzeptionell entwickelt und geplant. Heimische Materialien wie Glas und Holz standen dabei im Vordergrund. Das gläserne Kreuz, Altar, Tabernakel, Taufbecken, Weihwasserbecken, Kerzenleuchter, das farbige Fensterband und der gläserne Kreuzweg dokumentieren die Verbundenheit der Region mit Glas und bereichern die Region um eine Sehenswürdigkeit.

Reinhards Schmids Glasmaltechnik "Sous Verre" ist in ihrer Weise einzigartig. Er entwickelte sie aus einer fast vergessenen Technik in fast 30 Jahren und brachte sie auf eine neue Ebene.. Im "Gewölbe der Geheimnisse" und neu im Projekt "Venusmaschine" in Vietach gelingt es dem Künstler, die Glasstraße in den Scheinwerfer der internationalen Kunstszene zu stellen und über die Region hinaus Wirkung zu erzielen. Gernot Merker gilt als Glasmentor und Kenner der Szene. Er war jahrelang Geschäftsführer der "Kurt Merke GmbH" in Kelheim, die Glasindustrie und Glasveredler mit Werkzeugen belieferte. Merker kennt das Handwerk wie kaum ein zweiter, hat dieses Wissen in etlichen Fachbüchern festgehalten. Darüber hinaus hat er sich als Redner auf Symposien einen Namen gemacht und Glasmagazine mit Beiträgen beliefert.

Stabile Zahlen

Landrat Franz Löffler aus Cham stellte den Glasstraßenpreis in den Zusammenhang mit den touristischen Bemühungen im Bayerischen Wald und in der Oberpfalz. Er begrüßte es, dass hier stabile Zahlen geschrieben werden. Die Glasstraße markiere eine Reihe von Punkten, die nicht jede Region zu bieten habe.

Die Glasindustrie mit ihrer "identitätsstiftenden Tradition" verbinde die Orte wie Perlen. 74 Kommunen von Neustadt bis Passau begeistern die Touristen. Löffler legte eine beeindruckende Statistik vor, als er über 6,3 Millionen Übernachtungen jedes Jahr berichtete. 72 500 Menschen in der Region sind im Tourismus beschäftigt. Tradition und Neues gehen, so meinte er, eine Verbindung ein, die einen zeitgemäßen Kulturtourismus darstellen.
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