Frohe Botschaften am laufenden Band

Zwischendurch ein finsterer Blick, schließlich hätten die Deutschen ja den Ruf, grimmig zu schauen. Dann geht es bei Uli Masuth aber auch schon wieder weiter mit den guten Nachrichten - und den Lachern auf seiner Seite. Bild: esc
Kultur
Windischeschenbach
28.10.2014
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Seine Mission: Gute Nachrichten unter die Leute bringen. Sein Name: Uli Masuth. Sein Versprechen: In Zeiten von Ressourcenknappheit nachhaltiger zu lachen. Dabei macht der Kabarettist in seinem Programm "Und jetzt die gute Nachricht" nicht einmal vor der Nationalhymne Halt.

"Sie werden beschwingten Fußes nach Hause gehen", verspricht Masuth. Damit hat der Kabarettist den Gästen der Futura-Kleinkunstbühne nicht zu viel zugesichert. Masuth hat sich ganz dem Ziel versprochen, seine Zuhörer mit guten Nachrichten zum Lachen zu bringen. Und das, obwohl man genau das von einem Kabarettisten am wenigsten erwartet, wie er selbst weiß. "Gute Nachrichten gibt es in Hülle und Fülle", ist sich Masuth sicher. Selbst der Ukraine-Krise oder dem Islamischen Staat (IS) kann der feine Herr im schwarzen Anzug noch etwas Gutes abringen. "Zu einem Dritten Weltkrieg wird es nicht kommen. Die Bundeswehr ist nicht gut genug dafür gerüstet. Und wie wir alle wissen - ohne Deutschland gibt es keinen Weltkrieg."

Klavier sorgt für Laune

Dass die Deutschen im Ausland der "Gruppe der Miesepeter" zugeordnet werden, weiß der "Ostdeutsche mit westdeutschem Migrationshintergrund": Deswegen sei auch die Nationalhymne "viel zu fröhlich für uns". Spricht's und stimmt diese am Klavier in Moll an. Überhaupt scheint das Instrument eine Geheimwaffe zu sein: Untermalt mit fröhlichem Geklimper verwandelt Masuth selbst die schlechteste Nachricht in eine gute.

Ob nun die Rede ist von der "grünen Munition", die Sprengsätze kompostierbar macht, oder Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die die Bundeswehr durch Kriegseinsätze in Teilzeit familienfreundlicher machen möchte - aktuelle Themen greift der Wahl-Weimarer problemlos auf. Stichpunkt Ukraine-Krise: "Seit' an Seit'" werde nun gemeinsam gegen den gemeinsamen Feind gekämpft: Putin. Nach der Rückeroberung der Krim - "will Putin eventuell auch die DDR wieder zurückhaben?" Ob das nun eine gute oder schlechte Nachricht sei, überlässt er dem lachenden Publikum.

Deutschland als Opfer

Weitere gute Nachricht: "Deutschland wächst wieder" nach den Schreckensnachrichten des demografischen Wandels. "Ich hatte schon Angst, unter Alten zu altern." Einschränkung: Deutschland wächst "durch Intervention von außen - Dank der Job-Krise in Südeuropa. Seien wir doch froh, dass die so gut zu unserem Fachkräftemangel passt."

Und dann war da noch der BND: "Die gute Nachricht ist, dass Deutschland jetzt auch mal in der Opferrolle ist und sich Angela Merkel nach dem Abhörskandal jetzt auch für Bürgerrechte interessiert." Sein Anfangsversprechen hat Masuth gehalten. Schade nur, dass die guten Nachrichten nur die knapp 50 Zuhörer in der Futura erreichen.
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