Grandioser Abend mit Sacco & Mancetti
Bühnen-Oldies voller Emotionen

Zum Niederknien: Das frühere Bandmitglied Sepp Graf kam für ein Mundharmonika-Solo auf die Bühne. Bild: gge
Kultur
Windischeschenbach
15.06.2016
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Neuhaus. Ein begeisterter sächsischer Fan stieg zur Band auf die Bühne und meinte: "Ihr erlebt hier einen Meilenstein der Musikgeschichte." Zwar hatten ihn alle belächelt, doch im Laufe des Abends konnte sich keiner mehr entziehen. Das, was die "alten Herren" von "Sacco & Mancetti" aus Regensburg ablieferten, war erste Sahne.

Alt deshalb, weil die Band schon seit 30 Jahren auf den Bühnen unterwegs ist. Herbert Schwarzfischer (Bass) und Jockl Peithner (Gesang, E-Gitarre und Kopf des Ganzen) holten im Lauf der Zeit Reinhold Keck (Schlagzeug) und Helmut Süttner (E-Gitarre) dazu, während andere ausschieden. Zehn Alben später sind sie noch immer große Klasse. Lockere Sprüche, das Spiel mit den Emotionen der Zuschauer, humorvolle Ansagen und absolut starker Sound prägten den Abend. Der Funke sprang sofort über. Die Tenne war brechend voll, Fans waren aus allen Richtungen angereist.

Ekstatisches Drumsolo


Die "Saccos" präsentierten meist Songs aus ihrer aktuellen CD "Hightime", die Jockl Peithner kräftig anpries: "Die ist eine Verkaufsveranstaltung!", verkündete er mit Schalk im Nacken. "Love is on the street", "She ring my bell" oder "Rolling down the river" waren wirklich absolut hörenswert. Laut und rockig der "Monkey man", bei dem die beiden E-Gitarren um die Wette jaulten. Bei der Ballade "Shine on" lauschten die Zuschauer schwelgend Jockls Stimme, die ähnlich wie bei Bon Jovi klang. Tüchtig Hall legte er beim Stück "King of New Orleans" in den Sound. Ein ekstatisches Drumsolo lieferte Reinhold Keck mit langem Blondhaar ab.

Und dann waren da noch die Geschichten, die Jockl ständig erzählte. Etwa von ihren Aufnahmen in einer Finca auf Mallorca oder von ihrer Zeit in Memphis. Zwischendurch kamen auch Songs von ihren anderen CDs zum Zug, etwa "Permanent Slave" oder "Beautiful Thing" aus "Live At The Speisesaal". Dazu entlockte Helmut Süttner seiner E-Gitarre kunstvolle Töne und dem Publikum Begeisterungsrufe. Den Vollblutmusiker zeigte Jockl sogar in der Pause, als er einen "Stargast" auf die Bühne holte und mit ihm im Duett spielte, statt zu pausieren. Mit seiner Mundharmonika stampfte Sepp Graf, ehemaliger "Sacco", über die Holzdielen und auf die Bühne und begeisterte das Publikum mit rockig-bluesigen Stücken. Bei den ersten Klängen der Reggae-Nummer "Sweet love" eröffnete der sächsische Groupie schon mal mit dem Refrain "Why-ei-ei-ei", so wie er sämtliche Songs auswendig und voller Inbrunst mitsang.

Publikum tobt


Und dann nochmal eine nicht ganz wahre Geschichte, erzählt von Jockl. Dass Bassist Herbert einsam durch die Wüste spazierte, ein Lied komponierte, und dann kamen zwei schwule Typen, die ihm das Lied klauten: "Staying alive". Das Original angeblich nicht von den Bee Gees, sondern von Herbert. Natürlich glaubten ihm das alle im Publikum - und tobten vor Begeisterung. Einige Zugaben später verabschiedete sich die Band mit einem Sound-Inferno.
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