Kabarettistin Eva Eiselt erzählt im Interview von Darstellungsformen und schnarchenden ...
Typen virtuos in Szene gesetzt

Eva Eiselt bietet mehr als Kabarett: erfrischenden Witz und pointierte Texte. Bild: Sandra Stein
Kultur
Windischeschenbach
30.09.2016
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Ihr Debüt auf der Kleinkunstbühne der Futura gibt die Kölner Ausnahmekünstlerin Eva Eiselt am Freitag, 7. Oktober (20.30 Uhr). In ihrem dritten Kabarett-Soloprogramm "Neurosen und andere Blumen" präsentiert sie einen bunten Blumenstrauß voll blühender Neurosen aus dem wahren Leben und macht so die Zuschauer zu Liebhabern ihres kabarettistischen Gartens. Im Interview verrät das Dialekt- und Parodietalent unter anderem ein Patentrezept, das bei schnarchenden Ehemännern immer wirkt.

Sind Neurosen im wahren Leben wirklich so am Erblühen?

Eva Eiselt: Kurz und bündig: Ja, das kann ich bestätigen.

In Ihrem Programm bleiben Sie praktisch ein Phantom, das sich nur hinter der Bühne in Weltschmerz ergeht. Wer steht dann auf der Bühne?

Meine Assistentin versucht, den Abend zu retten. Fehlen werden auch nicht unsere Bundeskanzlerin, ein Geschäftstyp oder ein Rentner mit Problemen bei der Technik. Alles Menschen, die mit unserer Zeit zu tun haben.

Mit Ihrem schnarchenden Ehemann gehen Sie recht robust um. Ist das Ihr Patentrezept gegen Schnarcher?

Von der Figur auf der Bühne her auf jeden Fall. Ich bin da etwas aufgespalten: Ich bin ich, aber die Figur ist ein Teil von mir. Im echten Leben ist mein Patentrezept, das Schlafzimmer zu verlassen.

Das Publikum mutiert unter Ihrer Betrachtung zum Kunstwerk. Wie dürfen wir uns das vorstellen?

Ich beziehe mein Publikum immer mit ein. Vor allem in kleineren Sälen gibt es kaum eine Möglichkeit, sich zu verstecken. Allerdings: Man kann mit mir reden, muss aber nicht.

Sie schlüpfen in die verschiedensten Rollen, sprechen Dialekte. Was ist für Sie ein besonderer Dialekt?

Bayerisch zum Beispiel, oder Badisch und Schwäbisch auch. Die süddeutschen Dialekte sind auf jeden Fall etwas Besonderes. Sie klingen häufig dienstbeflissen und in der Sprache etwas unterwürfig.

Was halten Sie vom Oberpfälzer Dialekt?

Ich kenne ihn, da ich schon in Regensburg aufgetreten bin, kann ihn aber noch nicht.

Eine Ihrer Stärken ist die Darstellung von Typen. Wie lernt man so etwas?

Ich beobachte sehr gerne. Dabei stehe nicht ich im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die ich entdecke. In meiner Nähe wohnen viele "Microsoft-Typen", Männer in schicken Anzügen. In meinen Programmen ist deshalb zum Beispiel immer ein Anzug-Typ dabei. Sie sind voneinander kaum zu unterscheiden und unterhalten sich sehr laut.

Ich beobachte das und setze es mit Witz in eine meiner Nummern um. Manchmal parodiere ich auch anders und benutze die Figur, um Dinge zu sehen, oder auch, um sie darzustellen. Ich habe zur Parodie ein gewisses Naturtalent. Das hatte ich bereits als Kind. Beim Imitieren von Menschen kann man außerdem sehr gut spötteln.

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Karten und Informationen zu der Veranstaltung gibt es im Internet unter www.futura87.de.
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