Karl-Heinz Thoma inszeniert Totentanz im Schafferhof
"Geld und Gut nichts gelten tut"

Karl-Heinz Thoma hat den "Totentanz von Wondreb" mit der Kamera festgehalten. Die Reihe von Bildtafeln an der Decke der Friedhofskapelle inspirierte ihn zu der Ausstellung im Schafferhof. Bild: bgm
Kultur
Windischeschenbach
30.10.2016
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Anfang des 18. Jahrhunderts zeichnete ein Mönch einen Totentanz in die Friedhofskapelle in Wondreb. Karl-Heinz Thoma inszeniert dessen Werk für eine Ausstellung im Schafferhof. Der Besucher erlebt in dunkler Stille die eigene Vergänglichkeit.

Neuhaus. (bgm) "Ich bin durch Zufall drauf gekommen", sagt Karl-Heinz Thoma über den "Totentanz von Wondreb", eine Reihe von Bildtafeln an der Decke der Friedhofskapelle in Wondreb. Vermutlich hat sie ein Bruder des Klosters Waldsassen zwischen 1710 bis 1721 geschaffen. Schnell war Thoma klar: Er will die Kunstwerke einem breiteren Publikum zugänglich machen.

"Das ist einer der schönsten Totentänze, den es bei uns hier gibt", ist der Fotograf überzeugt. Er nahm die Zeichnungen vor die Linse. Sie befassen sich mit der Allgegenwärtigkeit des Todes - dargestellt als menschliches Skelett. Noch bis 1. November von 10 bis 20 Uhr hängen sie im Schafferhof. Thoma hat mit Werken von Frédéric Chopin, Johann Sebastian Bach oder Johannes Brams Musik ausgewählt, "die passt und nicht überall läuft." Die Wände hat er mit schwarzen Tüchern verhangen und die Beleuchtung gedimmt.

In der geschlossenen Scheune lenkt nichts den Besucher vom Thema ab. Kurze Texte zieren die Bildtafeln. Zu lesen sind darauf Sätze zur Vergänglichkeit: "Nirgends ist man dem Tod so nahe wie im Leben", "Geld und Gut nichts gelten tut", "Auch die Wiege ist schon zum Tod ein Stiegen" oder "Wann Du stirbst, das ist verborgen, drum steh' immerfort in Sorgen". "Es ist interessant, wie sich die Menschen schon vor dreihundert Jahren Gedanken gemacht haben. Genau wie heute. Es hat sich nichts verändert", sagt Schafferhofwirt Reinhard Fütterer zum Totentanz. Eine Ausstellungsfortsetzung in den kommenden Jahren rund um Allerheiligen sei in Planung.
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