„Los dos Y Compañeros“ im Schafferhof
Salsa lässt die Balken vibrieren

Kultur
Windischeschenbach
15.11.2016
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Sogar die Holzdielen wiegen sich im Takt. Wenn's im Gebälk knarzt, geht's auf der Bühne richtig ab. Die Zuschauer in den ersten Reihen tanzen von Anfang an mit. Zu den Klängen der Amberger Band "Los dos Y Compañeros" kann kaum jemand stillstehen.

Neuhaus. Das nasskalte Novemberwetter ist schnell vergessen. Wer die Augen schließt und der Musik lauscht, wähnt sich in einer karibischen Strandbar. Die zehn Musiker spielen jedoch am Schafferhof - und das gleich zweimal hintereinander vor vollem Haus. Seit 20 Jahren begeistern "Los dos Y Compañeros" ihr Publikum mit Salsa und lateinamerikanischen Klängen. Die Truppe tourt nicht nur erfolgreich durch den deutschsprachigen Raum, sondern nahm vor einigen Jahren sogar einen Song mit der kubanischen Legende Luis Frank Arias (Buena Vista Social Club) auf.

Spielerischer Dialekt


Ein Oberpfälzer merkt natürlich sofort, dass die Lieder nicht in spanisch, sondern im Dialekt gesungen werden. Und genau das lieben die Fans. "Los dos Y Compañeros" sind der Beweis, dass Mundart nicht nur zu volkstümlicher Musik passt. Der scheinbar so schwerfällige Oberpfälzer Slang mit seinen breiten Lauten bekommt mit lateinamerikanischen Klängen eine leichte Note.

Doch wer die Band nur hört, verpasst die sehenswerte Bühnenshow. Die zehn Musiker zelebrieren ihre Lieder und haben Spaß daran, auf der Bühne zu stehen. Sie singen, tanzen, schwingen ihre Hüften wie echte "Salsa-Guerilleros."

So manche Frau im Publikum bewundert ein bisschen neidisch das lockere, mühelose Tänzeln der Männer. Die Sänger Don Macson, Don Michon und El Maxito tragen außerdem ganz machomäßig Sonnenbrillen. Don Macson, wie üblich im grau-oliven Arbeitsanzug, erzählt zwischen den Liedern Geschichten aus dem Leben. Von einem umschwärmten, aber unerreichten Mädchen "Däi Marie, däi kräigst du nie" oder von dem schönen Gefühl morgens vor dem Spiegel zu stehen und festzustellen: "Mei bin i a kula Sack" (Melodie Pata Pata).

Nach der Pause geht's genauso munter und temporeich weiter. Dazu gehört die Lobeshymne auf die "Mama", der "Seier" oder "Zäch dei G'wand o" oder "Rech di niad aaf". Der Titel "Nachban san Necha" gehört zu den älteren Liedern der Band. "Das haben wir eine Zeit lang nicht mehr gespielt, aber aus aktuellem Anlass wieder ins Programm genommen", erklärt Don Macson.

Noch zweimal klatschen die Zuschauer die Musiker zurück auf die Bühne, bevor mit "Maletta" nach fast zweieinhalb Stunden ein gelungenes Konzert zu Ende geht.
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