Nasse Serenade
„Treibhauz“ trotzt dem Regen

Das ist echter Idealismus: Treibhauz trotzt dem Unwetter. Nachdem der Regenguss die technischen Anlagen außer Betrieb gesetzt hatte spielten die Musiker akustisch weiter - im Durchgang der Stützelvilla.
Kultur
Windischeschenbach
30.07.2016
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Das wars dann? Pünktlich zu Serenadenbeginn stürzten Regenfluten vom Himmel. Aber deshalb gleich aufgeben? Nach so viel Vorbereitung? Die Leute blieben.

Mittwochabend, Serenade im Park der Stützelvilla mit der Band "Treibhauz". Bratwürste, Steaks, ein warmer Sommerabend. Doch als der Soundcheck vor Beginn gerade abgeschlossen ist, stürzen Regenfluten vom Himmel.

Die Besucher spannten Regenschirme auf, die Musiker brachten ihre Technik und Instrumente in Sicherheit. Das wars dann? Nicht mit Alu Karwath und seiner Band. Als Profis hatten sie auch ihre Akustikinstrumente dabei. Das Benefizkonzert zugunsten des Fifty-Fifty-Taxis und der Flüchtlingshilfe im Landkreis ging trotzdem über die Bühne. Der Kreisjugendrings und die Flüchtlingsbetreuung in der Stützelvilla als Veranstalter atmeten auf.

Direkt neben der Band


Auch die zahlreichen Serenadenbesucher ließen sich nicht abschrecken. Grillfleisch und Bratwurstsemmeln wurden zwar leicht nass. Doch auch das störte niemanden. Allmählich entwickelte sich eine ganz eigene Dynamik - und eine ganz andere Serenade. Improvisiert, aber vielleicht gerade deshalb einprägsam. Mit ihren "Unplugged"-Instrumenten zogen Armin "Alu" Karwath (Gitarre, Gesang) und seine Band unter den schützenden Durchgang zwischen Villa und Bettentrakt. Stühle hatten dort keinen Platz. Aber die Leute umringten die Band, standen hautnah daneben. Gekommen waren auch geladene Gäste aus der Politik.

KJR-Vorsitzender Rupert Seitz begrüßte die Landtagsabgeordnete Anette Karl, Bürgermeister Karlheinz Budnik, Stadtrat Markus Weidner und Kreisrat Hans Gösl.

Wohl gerade durch die intime Atmosphäre war die Begeisterung des Publikums groß. Mit fast 80 Minuten Verspätung startete das Konzert. Mit Sängerin Kerstin Schandri und den Bandkollegen Andreas Demleitner (Gitarre, Gesang), Uli Schmutzer (Kontrabass, Gesang) und Klaus Rosner (Cajon, kleines Schlagzeug) stimmte Karwath ein viel bejubeltes Akustikprogramm von "Jolene" bis "California Dreaming", von Elvis Presley (That's alright Mama) bis Adele (Rolling in the Deep) an. Es entwickelte sich eine ganz spezielle Atmosphäre.

Ganz vorne tanzten Flüchtlingskinder mit. Viele filmten die Band mit ihren Smartphones. Jubelnder Applaus nach jedem Song. Bekannte Refrains sang das Publikum mit. Ganz leise wurde es, als "Treibhauz" den Song "Wish you were here" von Pink Floyd anstimmte, Feuerzeuge blinkten auf.

Neues Wort: "Zugabe"


Ganz schnell lernten die Flüchtlinge ein neues deutsches Wort, das sie dann auch ausgiebig einsetzten: "Zugabe" Da gab es kein Entrinnen. Seiler und Speers "Ham kummst", "Hotel California" und ein gemeinsames romantisches "Stand by me" bildeten bei Einbruch der Dunkelheit den bejubelten Abschluss. Statt des - inzwischen durchgeweichten - Hutes, den die Veranstalter herumgehen lassen wollten, raffte Martina Scheidler die Schürze ihres Dirndls und sammelte Scheine und Münzen für den Benefizgedanken dieser Serenade.

Fifty-Fifty-TaxiDas Fifty-Fifty-Taxi im Landkreis entwickelt sich sehr erfolgreich, bestätigt der Geschäftsführer des KJR, Martin Neumann. "2015 wurden für 33 000 Euro Tickets verkauft, von denen der Landkreis 50 Prozent der Kosten übernimmt." Diese Taxigutscheine für Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 21 Jahren nehmen bereits 35 Taxi- und Mietwagenunternehmen im Landkreis und in Weiden an. Die Adressen stehen auf der Homepage des KJR Neustadt. Natürlich freut sich die KJR-Geschäftsstelle über weitere finanzielle Unterstützer dieser Idee für die Sicherheit unserer Jugendlichen. (gag)
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