Rückblick und Programmvorschau des Geo-Zentrums
Versteinerte Bildung

2015 war ein gutes Jahr für das Geo-Zentrum und den Bohrturm: Das Forschungszentrum Potsdam erprobte wieder deutlich häufiger Messmethoden und -geräte. Archivbild: Popp
Kultur
Windischeschenbach
23.01.2016
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Zufrieden schlägt Dr. Frank Holzförster den Kalender zu: Rund 500 Interessierte strömten bei der Mineralien- und Fossilienbörse am 1. März ins Geo-Zentrum in Windischeschenbach. Die Bilanz für 2015 kann sich sehen lassen.

Insgesamt 23 000 Besucher verzeichnet die Umweltstation im letzten Jahr. "Davon waren zirka 8000 Schüler aus ganz Bayern", ergänzt Holzförster, wissenschaftlicher Leiter des Instituts. Die Vortragsreihe "Boden, Erde, Dreck" oder der Steinzeit-Tag seien ebenso gut angekommen.

Auch das Bohrloch stellt ihn zufrieden. "2008 waren es gerade einmal vier Einfahrten, letztes Jahr dagegen um die 22." Das Geo-Forschungszentrum Potsdam habe es also deutlich öfter genutzt, um neue Messmethoden oder -geräte zu erproben. Stolz ist er auch auf zwei Publikationen, die zwei Universitäten aus Holland und Zürich zu den Tiefbohr-Messungen an der KTB herausbrachten.

So gut, wie das letzte Jahr endete, so soll es heuer weitergehen. "Sicher ist schon mal, dass der Steinzeit-Tag im Ferienprogramm öfters angeboten wird." Das ist aber nicht die einzige Veranstaltung, die im Kalender des Geo-Zentrums steht:

Mineralien- und Fossilienbörse: Gäste können funkelnde Kieselsplitter und versteinerte Tiere oder Pflanzen bestaunen. Egal, welche Form und Farbe, ob aus heimischer Region oder fernen Ländern - das KTB bietet ein Sammelsurium an urgeschichtlichen Reliquien.

Geo-Tour Granit: Woher hat Pleystein seinen Namen? Ist Granit radioaktiv? Warum ist der Steinwald so, wie er ist? Antworten gibt die Geo-Tour, die im Frühjahr in Neustadt, Tirschenreuth und Wunsiedel startet.

Landesgartenschau Bayreuth: Wasserkenner schmecken den Unterschied zwischen Wasser aus Unterfranken und aus dem Steinwald. Nach einem Besuch des KTB-Standes "Das Wasser muss durch einen tiefen Stein" bei der Landesgartenschau aber sicher auch die, die darin keine Experten sind.

Geo-Lehrwerkstatt: Seit 2013 läuft dieses Umweltbildungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium. Bisher hat sich das Geo-Zentrum an der Lehrplanentwicklung von Schulen und in Kindergärten beteiligt. Bevor das Projekt 2016 ausläuft, sollen Berufschüler für geowissenschaftliche Zusammenhänge sensibilisiert werden.

Dieser Programmpunkt liegt Holzförster besonders am Herzen. "Alle diskutieren zum Beispiel über Fracking, aber kaum einer weiß, was das ist." Lehrlinge handwerklicher Berufe sollen durch das Projekt Bewusstsein und Wissen für Materialien gewinnen, mit denen sie arbeiten.

Material kennen


So hantieren beispielsweise Maurer jeden Tag mit Zement. "Aber wissen sie, woher der kommt? Ob er nachhaltig gewonnen wird oder biologisch abbaubar ist? Ob es Alternativen gibt?" Das müsse man an Berufschulen etablieren. Keine leichte Aufgabe, da es dort keine direkten Stundenpläne gebe. Trotzdem blickt Holzförster positiv in das neue Jahr: "Bildung braucht eben seine Zeit."
Alle diskutieren zum Beispiel über Fracking, aber kaum einer weiß, was das genau ist.Dr. Frank Holzförster, wissenschaftlicher Leiter des Geo-Zentrums
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