"Special Night before Christmas": Steffi Denk und Markus Engelstädter bringen ...
Weihnachtslieder, anders getaktet

Grundlegend verschieden und doch im harmonischen Gleichklang: Steffi Denk und Markus Engelstädter (in der Mitte) ergänzten sich bei der brüllend komischen und musikalisch mitreißenden Weihnachtsparty vor begeisterten Fans in der Tenne bestens. Bild: Tobias Schwarzmeier
Kultur
Windischeschenbach
22.12.2014
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Windischeschenbach: Schafferhof | Weihnachten rückt näher und der Lebensrhythmus ändert sich merklich. Für manche - einige wenige Glückliche - entschleunigt sich der Alltag, je näher sie dem Fest der Feste kommen, für andere - wohl die meisten - dagegen, wird es immer hektischer. Die Musikfans jedoch, die an den drei Konzertabenden im Schafferhof die "Special Night before Christmas" genießen durften, sind auf eine spezielle Art "getaktet".

Der Name des dreistündigen Programms lehnt sich nicht umsonst an den Namen eines Tim-Burtion-Kultfilms an, der wundervoll und skurril zugleich ist. Anders lässt sich auch nicht beschreiben, wenn Markus Engelstädter, Steffi Denk, die Musiker um Gerwin Eisenhauer und das Gesangstrio "The Divettes" als Background Weihnachten in ihrem eigenen Stil interpretieren.

Schnippen und swingen


Da wird "White Christmas" zur coolen "Mit-Schnipp-Version", die "Jingle Bells" werden im Swing-Rhythmus geschüttelt und die schöne Whitney-Houston-Ballade "Who Would Imagine a King" gewinnt durch Steffi Denks herausragende Stimme, nur von Bernd Meyer am Piano begleitet, eine ungeheuer feierliche Note. Doch diese Stimmung brechen die neun Musiker und Sänger gleich wieder - aus Prinzip.

Denn der Abend ist ein Feuerwerk an Soul, Gospel, Rock, Jazz, Samba und vielem, vielem mehr sowie unzähligen kleinen Geschichten und soll nicht (nur) in eine sentimentale Richtung abdriften, oder gar in eine bestimmte musikalische Schublade passen. Freche Zwischengesänge der "Divettes", Denks stimmliche Wandelbarkeit, die sie durch humorvolle Parodien auch zwischen den Songs zeigt, und das launige, überdrehte Miteinander einer Gruppe, die schon länger gemeinsam auf Tour ist, sorgen für wahre Lachtränen unter den Fans in der vollbesetzten Tenne.

Kurz vorm Lagerkoller


Da erklingen Liederfetzen wie "Oh mein Papa" oder Helene Fischers "Atemlos" - das einzige, was wirklich nicht in diesen Abend gehörte - ebenso wie eine gruselige Zombie-Stimme. Die Regensburger Musiker, die sich in der Auswahl am amerikanischen Christmas-Song-Book orientieren, streuen auch Pop-Klassiker wie das bewegende "The Power of Love" oder das von Engelstädter unnachahmlich gesungene - und Saxofon-veredelte - "Hallelujah" Leonhard Cohens ein. Als Zugabe gibt es mit "Süßer die Glocken nie klingen" das einzige klassisch-deutsche Weihnachtslied - natürlich neu getaktet durch Passagen von Joe Cockers "With a Little Help from My Friends".
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