Stadtrat kann sich Skulpturen vorstellen
Neugirg wirbt für Zoiglkunst

Norbert Neugirg (rechts) und Heribert Bäumler warben am Mittwoch in der Sitzung des Stadtrats für ein Kunstprojekt, das den "Echten Zoigl vom Kommunbrauer" repräsentieren soll. Bild: mic
Kultur
Windischeschenbach
11.11.2016
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Mit Leidenschaft und Herzblut rühren Norbert Neugirg und Heribert Bäumler die Werbetrommel. Ein Kunstprojekt in den fünf Kommunbrauorten soll den "Echten Zoigl" noch mehr in den Fokus setzen. Der Stadtrat ist nicht abgeneigt.

Neugirg war am Mittwoch zusammen mit Bäumler vom Amberger Kulturverein Bohème in die Sitzung gekommen, um die Mitglieder des Stadtrats davon zu überzeugen, dass das geplante Zoigl-Pentaptychon der Stadt nur Vorteile bringen würde. Um dem Gremium zu verdeutlichen, um was es genau geht, hatten sie Modelle der Skulpturen im Maßstab 1:10 mitgebracht.

Fünf Orte, eine Marke


Zweiter Bürgermeister Erich Sperber stolperte ein wenig über den Ausdruck Pentaptychon. "Das Wort passt nicht zum Zoigl", merkte er an. "Wir können auch über Landmarken sprechen", lenkte der Kommandant der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" ein. Ein fünfteiliges Denkmal soll sich auf die fünf Zoiglorte Eslarn, Neuhaus, Windischeschenbach, Falkenberg und Mitterteich aufteilen. "Wer eines gesehen hat, muss alle anderen auch anschauen. Echten Zoigl gibt es nur bei uns. Und wir müssen uns von Nachahmern absetzen." Neugirg erinnerte an die Gründung der Schutzgemeinschaft "Echter Zoigl vom Kommunbrauer" und an den Eintrag als Marke.

"Uns ist das Projekt sehr wichtig", betonte Bäumler. Der Vertreter von Bohème sicherte der Stadt zu, dass der Kulturverein 10 Prozent der Gesamtinvestition übernehmen wird. Außerdem seien 70 Prozent der Kosten förderfähig. "Die Skulpturen sind auch Werbeträger und ein sichtbares Zeichen für den Tourismus."

Sockel ein Zoiglstern


Jedes Kunstwerk steht auf einem Zoiglstern aus Granit als Sockel. Der Bronzeguss ist in jedem Ort anders. Die Geschichte des Brauvorgangs, die das Pentaptychon erzählt, beginnt in Eslarn, wo auch der Zoiglradweg startet. Auch hier gibt es bereits Überlegungen, den Radweg zu verlegen. Er soll nicht wie bisher über Irchenrieth führen, sondern von Eslarn auf dem Bocklradweg über Neustadt nach Windischeschenbach.

Obwohl die einzelnen Objekte unterschiedlich sind, kommen der Tropfen, der einer Flamme ähnelt, und die Hände immer wieder vor. "Die Hände sind ein Zeichen für die Arbeit, die dahintersteckt und dafür, dass das Bier handgemacht ist", erklärte Neugirg. "Wer braucht schon Craft Beer, bei uns in Neuhaus gibt's das schon seit 600 Jahren".

Die Fraktionen waren nicht abgeneigt und rechneten durch, welcher Betrag nach Abzug aller Zuschüsse auf die Stadt zukommt. Eine Skulptur kostet ungefähr 50 000 Euro. Davon gibt's 35 000 Euro an Zuschüssen, und 5000 Euro steuert der Kulturverein bei. Die Kommune muss jeweils 10 000 Euro pro Kunstwerk kalkulieren. "Über Kunst lässt sich immer streiten", sagte CSU-Fraktionssprecher Markus Weidner. "Doch wir wollen das Vorhaben nicht zu Fall bringen." Die CSU werde zustimmen, aber die Kosten müssten gedeckelt werden. Mehr als 20 000 Euro sollte es insgesamt nicht kosten. Werner Sauer von der SPD äußerte sich ähnlich. Annette Dietl (Freie Wähler) wollte wissen, ob es Probleme geben könnte, wenn die Stadt als Stabilisierungskommune Geld für freiwillige Leistungen ausgibt.

Stadtrat stimmt zu


Mit der Höhe (4,50 Meter hoch) konnte sich das Gremium anfreunden. Wo die beiden Skulpturen aufgestellt werden sollen, war am Mittwoch bei der Sitzung noch kein Thema. Der Stadtrat sprach sich mit einer Gegenstimme (Waldemar Hampel) für das Projekt aus.

Nur Falkenberg bleibt skeptischDas Kunstprojekt kann nur verwirklicht werden, wenn alle fünf Kommunen an einem Strang ziehen. In Eslarn trafen sich die Räte am Montag zur Marktratssitzung.

Sie stimmten dem Denkmal zwar generell zu, aber wünschen sich eine andere Gestaltung. Der Künstler müsse noch einmal nachbessern, hieß es. Auch die Mitterteicher hielten am Montag Rat und waren grundsätzlich mit der Idee einverstanden. Falkenberg dagegen kann sich mit dem Entwurf der Skulptur nicht anfreunden. "Wir sind sehr skeptisch", sagt Bürgermeister Herbert Bauer. "Das passt nicht zu uns." Außerdem gebe es keinen geeigneten Platz dafür. Der Neuhauser Entwurf gefalle ihm besser. In Falkenberg beschäftigt sich der Marktrat erst am 22. November mit dem Vorschlag. (mic)
1 Kommentar
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Alexandra ***** aus Windischeschenbach | 11.11.2016 | 16:51  
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