„Stimulators“ auf dem Schafferhof
Sogar die Holzdielen vibrierten

Zum achten Mal standen die "Stimulators" auf der Schafferhof-Bühne. Die Publikum tobte und feierte mit der Band, bis sich die Balken bogen. Bild: gge
Kultur
Windischeschenbach
28.02.2016
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Manche Künstler sind am Schafferhof schon fast zu Hause: Bereits zum achten Mal innerhalb 14 Jahren standen die "Stimulators" aus München auf der Bühne, im Gepäck alle ihre CDs und ganz viel Spiellaune.

Neuhaus. In weiser Voraussicht hatte der Wirt nur sparsam bestuhlt und viel Platz zum Tanzen gelassen. Die exzellente sechsköpfige Combo infizierte die Gäste sofort mit "Rhythm fever" oder erzählte im Cha-Cha-Rhythmus von "San Pedro", einer Insel bei Belize. Locker swingte "Chitlins con Carne" als Rezeptvorschlag. Der elektrisierenden Mischung aus Latin, Swing, Reggae, Blues oder Funk konnte sich keiner entziehen.

Die dynamische Besetzung aus zwei Schlagzeugern mit Percussion (Oskar Pöhnl aus Weiden und Hans Mühlegg), Gitarrist Peter Schneider, Florian Sagner (Trompete, Percussion, Gesang), Uli Lehmann (Bass) und in Mafiosi-Outfit Oliver Stephan (Gitarre, Gesang) brachte die Tenne zum kochen. Schnell übertrug sich die unbändige Dynamik von der Bühne herab auf die Fans, begeisterte Pfiffe und Gejohle nach fast jeder Nummer zeugten von deren Begeisterung.

Verschmitzt sang Oskar Pöhnl, einer der wenigen Drummer, die auch singen, "Don't think my days are gone", gerichtet an die Jugend: "Glaubt bloß nicht, dass ab 30 schon alles vorbei ist." Oliver Stephan wechselte häufig von der sechs- zur zwölfsaitigen Gitarre, nie wissend, was Schneider, der kreative Kopf der Band, als nächstes anstimmen würde. Dann erzählte er von einem Projekt, für das die Band Geld sammeln. "Wir wollen einem jungen Flüchtling, der gut spielen kann, eine Gitarre kaufen." Ein leerer Bierkrug auf der Bühne sollte das Publikum zu Spenden animieren.

Gitarren statt Waffen


"A Gitarr' is wos gscheits, besser wäi der andere Scheiß", meinte Oliver und stimmte mit rauchig-markanter Stimme "This Guitar is loaded" an, mit dem Hintergedanken "besser geladene Gitarren als geladene Waffen". Der Gedanke kam an und einige Scheine ins Glas. Mitreißend war auch "I walk you home" im Stil eines "Dirty Blues". Sein raues "How-how-how-how" klang darin wie bei Cab Calloway. Die "Stims" wussten, wie man die Stimmung immer mehr hochpeitscht, sogar der Fußboden vibrierte. Florian Sagner blies auf seiner Trompete Improvisationen, die wie ein Flug ins Blues-Nirvana klangen. Sie servierten "Caipirinha" als Cha Cha oder stellten fest: "Man cool - woman cooler".

Peter Schneider schien mit seiner Gitarre verwachsen. Mit Grimassen und einem Fußboard mit vielen Pedalen und Knöpfen holte er die wildesten Töne aus seinem Instrument, ließ es jaulen und wimmern. Außergewöhnliche, expressive, teils futuristische Töne, gepaart mit fantasievoller Percussion und einer hervorragenden Rhythmusgruppe, da verblasste auch ein Carlos Santana.

Mehrere Zugaben


Beim Klassiker "Flying down to Rio" trieb das Percussion-Duo Mühlegg und Sagner die Stimmung zum Höhepunkt. Fehlten nur noch einige kraftvolle Ska-Nummern und das Lieblingsstück der Wirtin, "Monkey Man". Ein echter Schmelztiegel verschiedener Stile, gekonnt gemischt und mit Suchtpotential. Ganz klar, dass das aufgewühlte Publikum sich frenetisch mehrere Zugaben erklatschte. Und sich berechtigte Hoffnungen auf ein baldiges Wiedersehen machte.
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