Viel Beifall auf dem Schafferhof
Nostalgie-Sound von "Organ Explosion" kommt an

Die Jungs von "Organ Explosion" heizen auf dem Schafferhof mit 70er-Jahre-Instrumenten aus Omas Keller ein. Das Ergebnis ist starker Sound mit einem Hauch von Nostalgie. Bild: hbl
Kultur
Windischeschenbach
25.10.2016
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Krasser Sound mit Vintage-Musikinstrumente erhält Beifallssturm im Schafferhof. Vor allem die eigenen Kompositionen des Münchner Trios "Organ Explosion" schaffen eine Songlist der ganz besonderen Art.

Neuhaus. "Organ Explosion - Die Vintage-Krassomaten": So eine Ankündigung macht neugierig. Es ist schwer vorstellbar, was sich wohl dahinter verbirgt. Die Website der Münchner macht einen noch mehr stutzig: "Sie haben das Instrumentarium der 70er Jahre aus Omas Keller gekramt." Soll das heißen, dass die Alte-Musik-Bewegung jetzt schon beim Jazz angekommen ist? Klassische Organisten sind es ja gewohnt, auf alten Instrumenten zu spielen.

Garniert mit zahlreichen Mehrfachsteckdosen steht auf der Bühne ein wild zusammengewürfeltes Sammelsurium aus Musikgerätschaften, das genauso zweimal im Jahr an den Straßenrändern im Landkreis stehen könnte. Ist das der "Vintage-Krassomat"?

Und dann stürmen sympathische junge Musiker die Bühne und fetzen los, dass einem die Luft wegbleibt. So ein Sound, so eine Spielfreude, so eine Spannung - jetzt wird der "Krassomat" klar. Da spielen drei, die mit ihren Instrumenten umgehen können, die ihnen Klänge entlocken, die man lange nicht mehr gehört hat, weil sie vom Einheits-Sequenzer-Pampf längst verdrängt worden sind.

Atemberaubende Show


Da experimentiert Hansi Enzensperger mit wilden Sound-Einstellungen seiner Hammond B 3 und beweist mit virtuosen Improvisationen, dass nicht nur Barbara Dennerlein dieses Gerät beherrscht. Da bearbeitet Manfred "Mani" Mildenberger sein Rogers-Drum-Set inklusive Zubehör mit einer Fantasie, wie man es selten hört. Wenn er dann noch seinen old-fashioned analogen Syncussion- Drum-Synthesizer von der Leine lässt, entstehen Töne aus der Vergangenheit, die die Tür weit in die Zukunft aufreißen. Ludwig "Lugg" Klöckner am Bass koordiniert, assistiert, improvisiert und liefert hinreißende Bass-Soli. Jedes Band-Mitglied trägt mit eigenen Kompositionen zur Songlist bei, wobei Tastenlöwe Enzensberger als primus inter pares fungiert. So kreieren die Männer von "Organ Explosion" einen ganz eigenen Sound, der schon ein bisschen süchtig macht. Aber ausgerechnet die hinterhältige Cover-Version von "Quando, quando, quando" löst dann beim Publikum die letzten Fesseln und den längst verdienten Beifallssturm aus.

Das Zugaben-Konto wird bis auf den letzten Tropfen ausgequetscht. "Nur wenn auf der Bühne die nötige Spannung zwischen uns dreien da ist, können wir auch das Publikum mitreißen" sagt Drummer Mani in der Pause. "Voll gelungen" sagt der Kritiker.
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