Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell'n kommt gut an - Lob gibt es auch von den Politikern
Neugirg im Original und "unterlebensgroß"

Der Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell"n war wieder zugespitzt und natürlich in gewissem Maß provozierend. Bild: uz
Lokales
Windischeschenbach
08.02.2015
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Der Altneihauser Feierwehrkommandant Norbert Neugirg steht inzwischen auch als Pappkamerad im Foyer der Mainfrankensäle. Dort, wo alljährlich die "Fastnacht in Franken" ausgestrahlt wird. Dem Anschein nach ist das ein recht begehrtes Fotomotiv. Natürlich ist den Gästen das Original für ein Erinnerungsfoto viel lieber.

Neugirg sagt über seinen Papp-Klon: "Ich bin ganz überrascht von der Figur. Sie ist nur etwas unterlebensgroß." Klar, der Kommandant ist ein paar Zentimeter größer als sein Abbild. Der Mensch wächst eben an seinem Erfolg. Vor 30 Jahren gegründet, "haben wir 20 Jahre versucht Veitshöchheim zu vermeiden. Dann ist's nicht mehr gegangen", schmunzelt er. Gratulation also zum Zehnjährigen. Die Altneihauser Feierwehrkapell'n feierte am Freitagabend bei Würzburg rundes TV-Jubiläum. Schon beim großen Schaulaufen im Vorfeld der Sendung ist die Combo brandgefährlich im Einsatz. Sie bläst der Polit-Prominenz am Roten Teppich den Marsch. "Diesen Job haben wir uns vor drei Jahren von der Abendschau abringen lassen. Seither kriegen wir den nicht mehr los", verrät Neugirg.

"Frech und geradeaus"

"Zu jedem Kostüm das kommt, versuchen wir das passende Stück zu spielen. Der Spaenle kam heute als Holzspan, da haben wir den alten Holzmichl gespielt." Das tolle daran: "Ich sehe jedes Kostüm. Das kenn ich ja vorher nicht. Und da kann ich mir gleich meine Gedanken machen, wie ich das am besten in meinen Text einfließen lasse."

Ministerpräsident Horst Seehofer erscheint mit großem Gefolge. Er lacht und bittet Neugirg, dass er es diesmal nicht zu bunt mit ihm treiben solle. Wurde er dann wirklich verschont? "Das kann man nicht sagen", erzählt uns ein bestens aufgelegter Seehofer nach dem Abspann. "Da hab ich schon Nehmerqualitäten gebraucht als Ministerpräsident. Aber es war alles hintersinnig und nicht unter der Gürtellinie. Deshalb war's auch Spaß."

Überhaupt sei die ganze Franken-Fastnacht sensationell. "Es wird ja fast alles ehrenamtlich gemacht." Ein dickes Lob für die Windischeschenbacher kommt von Bayern-SPD-Chef Florian Pronold, der am Freitag als Che Guevara verkleidet ist: "Das sind Oberpfälzer. Die sind frech, die sind gradaus. Die geben dem Faschingstreiben richtig Pfeffer. Und die Qualität jedes Jahr zu halten, das ist wirklich ne Schau." Ähnlich äußert sich Hubert Aiwanger von den Freien Wählern. Ihm gefällt die Urwüchsigkeit. "Die sehen sich als Oberpfälzer, als Elite Bayerns. Und sie vertreten das ganz selbstbewusst und stehen zu ihrem Dialekt."

Buhender Saal als Reiz

Ihn persönlich reize es am meisten, wenn der ganze Franken-Saal buht und jault, sagt Neugirg. "Ich glaube wir sind die einzige Gruppe auf der Welt, der das gefällt." Und weiter: "Wir provozieren ganz bewusst, dann jaulen die auf und dann treten wir nach." Eine Mordsgaudi sei das. "Mir san die Oberpfälzer, mir san die Besseren und mir san die Gscheideren - auch wenn das nicht immer ganz stimmen mag."

Allerdings sei ihm schon aufgefallen, dass die Zuschauer bei der Livesendung mit der Politikerschelte viel mehr anfangen könnten, als das Generalprobenpublikum, das auf Seehofer & Co. verzichten musste. "Das reagiert mehr auf die Schunkelsachen und Schenkelklopfer. Ich glaube, das liegt an der Schadenfreude. Wenn die Angesprochenen dann wirklich da sind und man ihre Reaktionen sieht, dann ist das doch was anderes."
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