Aus Skepsis wird Faszination

Christian Sperber (links) sowie Heinrich und Elisabeth Koch (von rechts) nahmen die Zuhörer mit auf ihre Pilgerreise am Jakobsweg. Barbara (Zweite von links) durfte das Gewicht des Rucksacks testen. Martina Dobner (Mitte) hatte den gelungenen Abend organisiert. Bild: wrt
Lokales
Windischeschenbach
09.04.2015
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"Miteinander auf dem Weg des Glaubens sein", heißt das Jahresthema der Pfarreiengemeinschaft St. Emmeram und Heilig Geist. Aber es passt auch auf Christian Sperber sowie das Ehepaar Elisabeth und Heinrich Koch. Sie waren gemeinsam auf dem Jakobsweg unterwegs.

Sperber erzählte, er sei aufs Pilgern eher zufällig durch Pater Jeremias gekommen. Bei Heinrich und Elisabeth Koch war die Ehefrau die treibende Kraft. Ursprünglich wollte sie sich alleine auf den Weg machen, dann entschloss sich ihr Mann mitzugehen.

Im Pfarrheim erläuterte Sperber die Entstehung und Geschichte des Pilgerweges, der nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus führt, und beleuchtete die Theorien, wie die Reliquien des Heiligen nach Spanien gekommen sind.

Bringt pilgern was?

Der Weg besteht aus drei Etappen: Leben, Tod und Auferstehung. "Bringt pilgern was?", fragte er in die Runde. Er persönlich habe in einem Film eine logische Antwort gefunden, als Don Camillo erkennt, dass "man in der Stille sich selbst und Gott näher kommen kann". Sperber zeigte Bilder von seinem Weg, charakteristischen Kirchen, Strecken und Wegzeichen. Unterhaltsam waren die Anekdoten und Erlebnisse.

In Unkenntnis der einheimischen Tapas-Portionen habe sich die hungrige Gruppe fast zu viel zugemutet. Und der Rotwein am Abend machte es oft leichter, im Schlafsaal der Herberge Ruhe zwischen lauten Schnarchern zu finden. Elisabeth Koch hatte ihren Rucksack mitgebracht, der auf dem Weg durchschnittlich mit neun Kilogramm bepackt war. Barbara aus dem Publikum durfte das Gepäckstück probehalber schultern. Die Gäste erfuhren, wie wichtig es ist, dass dieser ständige Begleiter gut sitzt, um nicht mehr als nötig zu belasten.

Mit Pilgerpass in Herberge

Das Zeichen der Jakobspilger ist eine Muschel. Ein Pilgerpass ist Voraussetzung dafür, in einer der Herbergen eine Schlafstätte zu bekommen. Sperber und das Ehepaar Koch berichteten über Orte auf dem langen Weg, wie Astorga, Rabanal, Sarria oder Melide.

Die Zuhörer nutzten die Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen. Ob sie irgendwann ans Aufgeben gedacht hätten, wollte man wissen. Sperber erinnerte sich an spezielle Situationen der Erschöpfung, die aber dann schnell vorüber waren und die Pilgerreise nicht ernsthaft gefährdeten. Die Kochs haben die Erfahrung gemacht, dass immer zur richtigen Zeit Hilfe da war, mit der man eigentlich nicht rechnen konnte.

Wenig Gepäck

Alle drei sind zu der Erkenntnis gekommen: "Man braucht wenig." Da man allen mitgeführten Ballast auf ein Minimum reduzieren müsse, stelle sich beispielsweise die Kleiderfrage nicht. Körperlich komme man zwar an seine Grenzen, fasste das Trio zusammen, aber aus Skepsis werde Faszination, auf Fragen erhalte man Antworten, und es brauche Stille, um zu hören, wie Pfarrer Bartel ergänzte.

"Buen Camino" ist der Pilgergruß auf dem Jakobsweg, was soviel heißt wie "Guten Weg". Bei Elisabeth Koch ist mittlerweile schon wieder Tatendrang zu spüren, denn "der Weg wird wieder Ziel sein", wie sie formulierte. Martina Dobner, die den Abend organisiert hatte, dankte den Referenten mit Frühlingsblumen und einer Osterkerze.
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