Besser essen schützt das Klima

Die "Bausteine des Lebens" erläuterte Rita Wiesend (Mitte) bei ihrem Vortrag im Geo-Zentrum der KTB. Gastgeber waren Dr. Frank Holzförster (links) und Hans Bräuer, KEB Neustadt-Weiden (rechts). Bild: gag
Lokales
Windischeschenbach
07.10.2015
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Muss es wirklich eine Flugmango sein? Oder Erdbeeren aus Südafrika? "Klimabewusste Ernährung könnte den Ausstoß von Treibhausgas um mehr als 50 Prozent verringern", behauptet Rita Wiesend aus Speinshart.

Die Referentin im Verbraucher-Service Bayern und Hauswirtschaftsmeisterin sprach im Geo-Zentrum an der KTB zum Thema "Klima und Ernährung". Dazu ist bis 26. Oktober die Ausstellung "Klima Faktor Mensch" zu sehen. Veranstalter waren die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Neustadt-Weiden und das Geo-Zentrum.

"Bewusst leben und sich bewusst ernähren", lautet Wiesends Lebensmotto. So wie im Großen beim UN-Klimagipfel in Paris wolle sie im Kleinen die Menschen zum Umdenken animieren. "Das ist mein Lieblingsthema, auch als Mutter und Hausfrau, denn ich liebe diese Erde."

Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Erde um 0,8 Grad Celsius erwärmt. "Wenn wir so weiter machen, werden wir in den kommenden Jahrzehnten mit einer durchschnittlichen Erwärmung von zwei Grad rechnen müssen", prophezeit die Referentin. "Nicht zu viele Kühe sind schuld, sondern zu viele Menschen, die ständig Rindfleisch essen möchten."

Methan sei 23 Mal und Lachgas 300 Mal schädlicher als Kohlendioxid. Der Treibhauseffekt verändere das Klima. Eine drastische Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes sei überfällig. In Deutschland liege er allein für Nahrung bei 20 Prozent, für den Personenverkehr bei 23 Prozent.

20 Prozent durch Nahrung

"Muss man in der Oberpfalz Fleisch aus Argentinien essen?", fragte Wiesend. Eine große Fastfoodkette verarbeite nur argentinische Rinder. Das Fleisch müsse teuer importiert werden. Dadurch werde viel Flugzeug-Kerosin verbraucht. Ebensolche Fragezeichen setzte sie hinter die Weihnachtsgans aus Massentierhaltung, Erdbeeren aus Südafrika im Januar oder hinter das von weit her importierte Obst und Gemüse. Sie nannte Mangos, Ananas, Bananen und vieles mehr.

Wiesend zeigte Tabellen, die den Kohlendioxidverbrauch im Vergleich zu frischer Ware gegenüber Konserven oder tierischer und pflanzlicher Lebensmittel darstellen: Butter 23 760 Gramm pro Kilo Lebensmittel, Margarine nur 750 Gramm oder Rindfleisch (14 310 g/kg) gegenüber Gemüse (150 g/kg).

Mit Deckel kochen

"Seien Sie eine faule Hausfrau", forderte die Referentin die Zuhörerinnen auf. Damit meinte sie etwa, dass man gut und gerne Karotten, Linsen und Kartoffeln nacheinander im selben Topf mit wenig Wasser kochen könne, ohne diesen zwischendurch zu spülen. "Immer den Deckel drauf!" Das gebe sie auch immer wieder an Hauswirtschaftsschülerinnen weiter. Sie legte den Besuchern Produkte aus Bio-Landbau ans Herz. Vorteile seien keine Treibhausgase, kontrollierter Anbau und besserer Geschmack.

Denn alle Pestizide und Düngemittel gingen irgendwann in den Naturkreislauf und erreichten so auch den Menschen. "Kaufen Sie nur was Sie brauchen", lautete der Rat der Fachfrau. Und das nur in umweltfreundlichen Verpackungen. "Setzen Sie auf Mehrweg und denken Sie immer an einen Einkaufskorb oder eine Tasche, um die Plastiktüten zu vermeiden", mahnte Wiesend.

Leckerer Brotaufstrich

Damit sich die Gäste überzeugen konnten, wie gut Bio schmeckt, lud sie im Anschluss an den Vortrag zu selbsthergestellten Brotaufstrichen aus Karotten, Kartoffeln und Linsen ein. Diese waren auf Brot aus Natursauerteig aus dem Kloster Speinshart angerichtet, wo sie hauptberuflich arbeitet. Apfelsaft, gepresst in der Obstmosterei in Haselbrunn, und reines Leitungswasser ("das beste Wasser, ohne Kisten zu schleppen") ergänzten den kleinen Imbiss, den ein reger Gedankenaustausch über Kartoffelanbau und Biogärten begleitete.

Hans Bräuer dankte Dr. Frank Holzförster, für die Ausstellung und der Referentin für den spannenden Vortrag.
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