Bündnis aus DGB, KAB, AWO und VdK will Flüchtlingen helfen - Helmut Schmidt seit 65 Jahre bei ...
Positive Entwicklung durch Zuwanderer

Helmut Schmidt (sitzend) gehört seit 65 Jahren der Gewerkschaft an. Die Mitglieder des Ortskartells gratulierten. Bild: ab
Lokales
Windischeschenbach
27.10.2015
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Manfred Haberzett kann über die Diskussionen am Stammtisch oder auch über Äußerungen im Bekanntenkreis nur den Kopf schütteln. Er ärgert sich über die vielen Vorurteile, die über Flüchtlinge und Asylbewerber kursieren. Die Leute würden ihr Unbehagen zum Ausdruck bringen, ohne aber jemals den Kontakt zu den Fremden aufgenommen zu haben.

Interesse am Schicksal

"Nur wenige interessieren sich wirklich für die Schicksale, die zur Flucht und Vertreibung geführt haben", sagt er. Daher will das Bündnis aus DGB, KAB, AWO und VdK aufklären. Wie Haberzeth beim Ortskartell berichtet, versuchen viele Windischeschenbacher zu helfen. Der aktuelle Bedarf lasse sich mit dem Landratsamt abklären.

Auch wenn derzeit nur eine sehr überschaubare Zahl in Windischeschenbach Zuflucht gefunden habe, müsse mit weiteren Hilfesuchenden gerechnet werden. "Darauf sollten wir uns einstellen. Hilfe in der Not zu leisten, gehört auf jeden Fall zur abendländischen Kultur", betont Haberzett.

Außerdem sei die positive Entwicklung der Einwohnerzahlen der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit auf die Zuwanderung zurückzuführen gewesen.

Bei der Veranstaltung im "Oberpfälzer Hof" zeichnete die Gewerkschaftsbewegung Helmut Schmidt für 65-jährige Zugehörigkeit aus. Das veränderte Arbeitsumfeld zeige, dass auch in Zukunft das Wohl und Weh von der Aktionsfähigkeit der Gewerkschaftsmitglieder abhänge, betonte Schmidt. Er erinnerte auch im Hinblick auf die Flüchtlingssituation an die vielen 100 Mitbürger aus anderen Ländern, die sich hier angesiedelt und Arbeit gefunden haben. "Windischeschenbach hat damit Erfahrung und kann damit umgehen."

Balance wichtig

Regionssekretär Peter Hofmann sprach über die Schwerpunkte der Gewerkschaftsarbeit. Weil sich mit der technischen Entwicklung unter dem Begriff "Industrie 4.0" gravierende Veränderungen in der Arbeitswelt abzeichneten, gelte es besonders auf die Balance zwischen Arbeits- und Freizeit zu achten. Was muss getan werden, um hier regelnd einzugreifen? Wie werden die Produktivitätsgewinne verteilt? Dazu kommen die Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme bei Rente und Gesundheitsversorgung.

Abschließend gab es noch einen Bericht über die Demo gegen TTIP in Berlin. Vorsitzender Horst Lepke zeigte die wesentlichen Inhalte auf. Er verwies besonders auf Eingriffe in demokratische Rechte.
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