Burg im Dornröschenschlaf

Vom Schafferhof bis zur Burg Neuhaus ist es nicht mehr weit. Doch nur wenige Besucher finden den Weg ins Waldnaabtal-Museum. Der Oberpfälzer Waldverein hofft, dass nach der Sanierung der Burgstraße mehr Gäste kommen. Bild: mic
Lokales
Windischeschenbach
20.03.2015
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Museumsführer Siegfried Lehner gibt Architekt Markus Götz recht. Die Straße hinunter vom Schafferhof zur Burg Neuhaus ist wenig einladend. Kein Wunder, dass die Besucherzahlen im Waldnaabtal-Museum zu wünschen übrig lassen.

Wer von Windischeschenbach nach Neuhaus fährt, kann die Burg, die hoch oben auf dem mächtigen Felsen thront, nicht übersehen. Wanderer, die ihr Auto unten am Parkplatz an der Waldnaab stehen lassen, können zu Fuß über den sanierten Burgsteig hinauf zum Museum gehen.

Etwas versteckter ist der Zugang über die Burgstraße in Neuhaus - auch wenn es vom Schafferhof bis zum Museumseingang nur 100 Meter sind. Das soll sich mit der Dorferneuerung (wir berichteten) ändern. Der Neustädter Architekt Götz wünscht sich eine freundlichere Gestaltung des Burgareals. Darauf setzt auch der Oberpfälzer Waldverein, der das Waldnaabtal-Museum betreut.

Jugendliche aus den USA

Siegfried Lehner (75) führt seit vielen Jahren Besuchergruppen durch die Burg. "Ich würde mich sehr freuen, wenn sich mehr Menschen für unser Museum interessieren würden", sagt er. "Es gab Jahre, in denen wir nur drei oder vier Führungen hatten." 2014 sei es ein bisschen besser geworden. "Da hatten wir acht Führungen".

Darunter waren eine Jugendgruppe aus den USA, die Feuerwehr Pegnitz, eine Gruppe aus dem Dekanat Thurnau und die Gäste einer Familienfeier. Hier sieht Lehner noch Potenzial. So könnten beispielsweise Hochzeitzsgesellschaften, die am Schafferhof feiern, am Nachmittag das Museum besuchen. Schulklassen kämen nur noch selten.

158 Personen haben im vergangenen Jahr eine Führung mitgemacht. Insgesamt waren es 250 Besucher. Geöffnet ist von Ostermontag bis Ende Oktober, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Um Rundgänge kümmert sich neben Lehner nur noch der ehemalige Museumsleiter Siegfried Weber. Doch der will aus Altersgründe ein bisschen kürzer treten - er ist 80.

Eine Handvoll Ehrenamtlicher schiebt an den Wochenenden abwechselnd Dienst im Museum. Neben Lehner und seiner Frau, nehmen Gisela Schaffer-Kick, Irmgard Schäffler und Monika Hartmann die Gäste in Empfang. "Wir bräuchten dringend junge Leute zur Unterstützung", klagt Lehner. Auch wenn das Interesse 2014 ein wenig größer geworden sei, könne es schon mal vorkommen, dass an einem Samstagnachmittag niemand kommt. Eigentlich schade - denn es lohnt sich durchaus durch die Räume zu schlendern. Über 4000 Exponate verteilen sich auf 476 Quadratmetern in mehreren Stockwerken.

Zoiglausstellung

Interessenten erfahren Wissenswertes über Natur- und Wirtschaftsgeschichte, Handwerksbetriebe von anno dazumal wie Schuster, Zimmermann oder Dachdecker, die Entwicklung der Glas- und Porzellanindustrie, die heimische Tier- und Vogelwelt oder über Mineralien. Auch die Heimatvertriebenen (Schlesier und Sudetendeutsche) haben die Möglichkeit, ihre Geschichte zu präsentieren. Zusätzlich gibt es jedes Jahr eine Sonderausstelleung. Heuer stehen "600 Jahre Zoigl in Neuhaus" im Fokus".

Obwohl bei den Besucher sehr beliebt, bereitet der Butterfassturm Lehner etwas Bauchschmerzen. "Ich würde mir wünschen, dass wir den Turm immer zugänglich machen könnten", sagt er. Doch die Treppen im Turm seien ziemlich steil, deshalb sollten "Kinder da nicht alleine herumturnen". Bis jetzt ist der Turm nur geöffnet, wenn auch das Museum offen hat.

Erste Gruppe aus Floß

Die neue Saison beginnt jedoch vielversprechend. Die erste Gruppe hat Lehner am Dienstag durch das Museum geführt - 16 Damen und zwei Männer vom Evangelischen Frauenbund aus Floß. Für zwei weitere Gruppen hat Lehner bereits Termine vereinbart. "Vielleicht erwacht unser Museum ja endlich aus dem Dornröschenschlaf", hofft er.
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