Der Weg ist das Ziel für die "Interessengemeinschaft Johannissteig". Ein Mail der Bahn machte ihnen Hoffnung, dass es für den maroden Fußweg eine bezahlbare Zukunft gibt. Jetzt droht zumindest
Bahn stellt Signal wieder um

Bahngleise und Fußweg kommen sich auf dem Johannissteig nahe. Die Anhänger des alten Weges hoffen, dass die alte Verbindung zwischen Neuhaus und Windischeschenbach eine Zukunft hat. Ihre Zuversicht ist nach einem Schreiben der DB aber wieder geschrumpft. Bild: Steinbacher
Lokales
Windischeschenbach
13.10.2015
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wieder Verspätung.

(ui) Robert Leißner, Bezirksleiter Fahrbahn bei der DB Netz AG in Weiden, bezieht sich in dem Schreiben auf einen Ortstermin, den einer seiner Mitarbeiter mit einem Vertreter der Interessengemeinschaft am Freitag auf dem Steig hatte.Demnach befindet sich der Fußweg nicht auf dem Grund der Bahn. "Bezüglich der Sanierungsarbeiten bestehen von Seiten der DB Netz AG keine Einwände. Die Arbeiten finden in einem ausreichenden Abstand zum Betriebsgleis statt", heißt es in dem am Freitagnachmittag abgeschickten Mail.

Für die Befürworter der Sanierung des Steiges schien dieses Schreiben wie ein geöffnetes Signal für ihr Anliegen. Bürgermeister Karlheinz Budnik hatte, wie berichtet, von der DB Netz die Auskunft erhalten, dass die Bahn sehr wohl bei der Sanierung mitzureden habe. Das aber treibt die Kosten in die Höhe. Als er von dem neuen Mail Kenntnis erhielt, griff der Rathauschef zum Telefon. "Ich möchte jemanden haben, der einem bayerischen Bürgermeister eine kompetente Auskunft gibt. Das habe ich der DB klar gemacht."

Nach den der Stadt zugänglichen Unterlagen gehören geschätzte 140 des insgesamt 190 Meter langen Steiges der Bahn. Dieser Abschnitt befindet sich im Mittelstück des Weges, der die Freiherr-vom-Stein- mit der Neuhauser Straße für Fußgänger verbindet. Das teilte Budnik am Dienstag auch Leißner mit.

Der DB-Netz-Bezirksleiter kündigte an, sich mit dem Problem noch einmal vertieft zu beschäftigten. Er bestätigte, von Budnik eine Lageplanskizze bekommen zu haben. Die zeige, dass ein Großteil des Weges wohl doch auf Bahngrund verlaufe.

Damit müsse man nun prüfen, ob Sicherungsmaßnahmen nötig würden und ob ein zertifiziertes Ingenieurbüro eingeschaltet werden müsse. Intern müsse sich die Bahn in dieser Sache absichern, kündigte er das weitere Vorgehen an. "Die letztendliche Aussage kommt schriftlich", versprach Leißner. Die oben zitierte Mail sei fast hinfällig, da sich die Situation doch anders darstelle als ursprünglich gedacht.

Bei der Interessengemeinschaft saß am Dienstagnachmittag der Frust wieder tief. Die Kämpfer für den Steig hoffen aber, obwohl die Bahn den Rückwartsgang eingelegt hat, auf die Stadtratssitzung heute. Da steht das Thema Johannissteig wieder einmal auf der Tagesordnung.

Bei der Suche nach Fördermitteln gibt es einen weiteren Dämpfer. Nach Budniks Worten beteiligt sich auch der Naturpark nicht an der Finanzierung der Arbeiten, die wegen des Geländes weitgehend ohne Maschinen erledigt werden müssen.
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