Die Erde hervorheben

Künstler Hans-Günther Pietschmann und der Chef des Geo-Zentrums Dr. Frank Holzförster (von links) näherten sich der Geologie, dem Vulkanismus und der Magma bei der Eröffnung der neuen Ausstellung an der KTB künstlerisch. Bild: wrt
Lokales
Windischeschenbach
16.06.2015
0
0

"Eine große Fangemeinde" bescheinigte Dr. Frank Holzförster, Hausherr im Geo-Zentrum, Hans-Günther Pietschmann. Viele Gäste machten dem Künstler bei der Vernissage ihre Aufwartung.

Der Ort sei für die Ausstellung absolut passend, meinte Hozförster, da in den Werken durchgehend ein Bezug zur Geologie, zu Steinen, festzustellen sei. "In den Farben und Titeln der Bilder kommen Magma oder Wasser vor." Zum anderen sei immer ein Bezug zur Oberpfalz feststellbar. "Das Geo-Zentrum ist der Ort, an dem die Erde hervorgehoben werden soll."

Genau das passiere auch in den Gemälden Pietschmanns, der mit Acryl und - wiederum passend - dem Material Quarz arbeitet. Es sei ein Anliegen des Künstlers, dass jeder Betrachter sich selber einbringe und sich selbst als Teil des Kunstwerkes sehe. Er habe sich am Geo-Zentrum sofort familiär aufgenommen gefühlt, bekannte Pietschmann.

Die Laudatio auf den Künstler hielt Hans Günther Lauth, Fotograf, Autor und Freund des Malers. Der 1947 in Wiesau geborene Pietschmann studierte freies Zeichnen und Malen. Er habe sich der Kunst jedoch zunächst nur nebenberuflich gewidmet.

Nach Erfolgen und Auszeichnungen wie 1987 der Förderpreis des Medienhauses "Der neue Tag" eröffnete er 2007 ein eigenes Atelier. Pietschmann widmete sich auch der sakralen Kunst. So übernahm er die künstlerische Gestaltung der Glasfenster in der Wiesauer Franziskus-Kapelle zum Thema "Sonnengesang des heiligen Franziskus".

"Während Künstler oft egozentrisch sind gibt Pietschmann seine Kenntnisse gerne weiter, engagiert sich in einer Malgruppe und vermittle Freude an der Kunst", sagte Lauth. Er schloss die Laudatio mit einem humorvollen Ausspruch von Eugen Roth: "Ein Mensch malt, vor Begeisterung wild, drei Jahre lang an einem Bild. Dann legt er stolz den Pinsel hin und sagt: Da steckt viel Arbeit drin. Doch damit war's auch leider aus, die Arbeit kam nicht mehr heraus."

Dass bei der Arbeit Pietschmanns sehenswerte Bilder herausgekommen waren, davon überzeugten sich die Gäste beim Rundgang. Moderne abstrakte Kunstwerke wie "Pompeji" in Acryl/Quarz-Technik, "Eruption" oder "In der Magmakammer" überzeugen durch kräftige Farben, vermitteln Stimmungen, ziehen den Betrachter in ihren Bann und lassen Interpretations-Spielraum.

Ebenso sehenswert sind die eher zarten Aquarelle mit heimatbezogenen Oberpfälzer Landschafts- oder Blumenmotiven, wie "Burg Falkenberg", "Wiesau" oder "Tulpen". Regionalen Bezug haben die "Eisstockschützen", das Ölgemälde "Pfingstschwanz" oder das Portrait des Kommandanten der Altneihauser Feierwehrkapelln, Norbert Neugirg.

Zeichnungen wie die Kreuzbergkirche beweisen, dass Pietschmann auch in dieser Technik überzeugen kann. Sehr viel Emotion und Einfühlungsvermögen zeigen seine Kinderportraits "Ich bin müde" oder "Leni", das ein kleines Mädchen beim Knabbern von Salzstangen darstellt. Die Ausstellung läuft bis 31. August. Geöffnet ist täglich von 10 bis 19 Uhr.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.