Die Kurve später kriegen

Ausgiebig diskutieren die Bürger die Trassen-Varianten. Nachteile und Vorteile konnten sie auf einer Stellwand vermerken. Diese Stellungnahmen fließen in den Trassenfindung ein. Bild: fz
Lokales
Windischeschenbach
13.12.2014
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Die Bürgerbeteiligung beim Bau der Stromtrasse "Ostbayernring" läuft auf Hochtouren. Geht's links oder rechts an Windischeschenbach vorbei? Es gibt eine Möglichkeit, die wohl die Zustimmung aller finden könnte.

Nach der ersten Bürgerbeteiligung (wir berichteten) begann im November das Trassen-Untersuchungsteam (TUT) seine Arbeit. Im 20-köpfigen Gremium sind neben Fachleuten auch neun Bürger aus Windischeschenbach, Püllersreuth, Pfaffenreuth und Seidlersreuth. Bei der "Feedback-Veranstaltung" am Mittwoch in der Mehrzweckhalle präsentierte das TUT nun mehrere Vorschläge der Trassenführung, die von über 100 Gästen ausgiebig begutachtet, diskutiert und auch ergänzt wurden.

Die Art und Weise, wie alle sich einbringen und wie die Experten und Fachleute auf die Bürger zugehen, ist ein positiver Prozess, der zeigt, dass das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI), das in Zusammenarbeit mit den Bürgern die bestmögliche Trasse finden will, den richtigen Weg eingeschlagen hat. Bürgermeister Karlheinz Budnik, selbst im TUT aktiv, forderte dazu auf, diese Art der Bürgerbeteiligung zu nutzen.

Giulia Molinengo und Mathis Danelzik vom KWI berichteten über den bisherigen Verlauf. Der Abend sei noch nicht dafür vorgesehen, die endgültige Trasse zu bestimmen. Es gehe um drei Fragen: ob der Vorschlag des TUT alle sinnvollen Möglichkeiten zu den Trassenvarianten beinhaltet, ob die Untersuchungskriterien vollständig sind und welche lokalen Besonderheiten noch bei der Untersuchung berücksichtigt werden müssen. Andreas Herath vom Netzbetreiber Tennet ging auf die Bestandstrasse ein. Direkt daneben die neue Trasse zu errichten, bringe wegen der Struktur Konflikte. Anbinden müsse man auch das Umspannwerk in Windischeschenbach.

Manuela Kreis und Florian Käs sind zwei Mitglieder des TUT, die aus den vier Ortschaften ausgewählt wurden. Kreis erläuterte, dass es darum gehe, den "Hotspot Windischeschenbach" großräumig zu umgehen. "Man ist sich relativ einig, die Trasse vom Norden her an der Autobahn zu führen." Das hieße aber, westlich oder östlich an Windischeschenbach vorbei und im engen Radius wieder auf die alte Trasse südlich der Stadt zu kommen. Dabei müsse man den Norden und den Süden, wo man nicht zu nahe ans Freibad kommen darf, entlasten. Käs ging auf die "sensiblen Gebiete" in diesem Bereich ein wie etwa das Waldnaabtal als Naturschutzgebiet oder den Steinbruch im Westen, der samt Erweiterungsflächen nicht überbaut werden darf. Das gilt auch für den Autohof Bergler und die Jugendherberge Tannenlohe sowie den Gleitschirmflugplatz Dietersdorf im Osten.

Anschluss weiter südlich

In der Diskussion stellte sich heraus, dass die Trassenführung an der Autobahn gut möglich sei, wenn nicht der Knackpunkt wäre, von da aus südlich von Windischeschenbach wieder auf die alte Trasse zu kommen. Wenn man nun den Anschlusspunkt an die alte Trasse weiter nach Süden Richtung Kirchendemenreuther Gebiet verlegen würde, wäre das eine gute Alternative.

Danelzik von der KWI versprach, das zu prüfen und mit dem Betreiber und den Planern abzusprechen. Das TUT werde sich in den nächsten Sitzungen damit befassen.

An den Stellwänden im Saal waren die Pläne mit den möglichen Trassen zu sehen. Hier konnten die Bürger Nachteile und auch Vorteile der verschiedenen Linienführung kommentieren und auch eigene Vorschläge einbringen. Diese Anregungen und Einwendungen werden gesammelt und den Experten übergeben, die den Auftrag erhalten, die Untersuchung der gewünschten Varianten auszuführen.

Ab Ende Januar 2015 werden die Ergebnisse daraus in zwei weiteren TUT-Arbeitstreffen geprüft und verarbeitet. Das Resultat daraus wird bei der Abschlussveranstaltung am 22. März 2015 vorgestellt und zur Diskussion gestellt. Der Netzbetreiber Tennet hat sich verpflichtet, die von den Bürgern bevorzugte Variante der Regierung der Oberpfalz zusätzlich für das Raumordnungsverfahren vorzulegen.
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