Effektiver und günstiger heizen

Lokales
Windischeschenbach
19.10.2015
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Interessante Vorträge begleiten die Ausstellung "Klima Faktor Mensch" im Geo-Zentrum. Matthias Rösch und Karl-Heinz Hofbauer informierten über moderne Heizsysteme und den Stromsparcheck. Eingeladen hatte die KEB Neustadt-Weiden.

Rösch, Leiter des Energie-Technologischen Zentrums Weiden (etz), stellte die verschiedenen Heizsysteme vor. "Welches ist zeitgemäß und für mich das richtige? Die Frage stellt sich für Neu- oder Altbau gleichermaßen", sagte der Fachmann. Das etz ist ein unabhängiges Dienstleistungszentrum für Bürger, Unternehmen und Kommunen in Weiden. Es bietet kostenlose und neutrale Erstberatungen an.

Schwankende Ölpreise

Der schwankende Heizölpreis in den vergangenen Jahren und die Endlichkeit fossiler Energieträger seien Gründe, über neue Heizsysteme nachzudenken. Die Vorgaben des EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) für Neubauten waren der Ansporn, bessere Heizmethoden zu entwickeln. Momentan seien noch nicht einmal 25 Prozent aller fossilen Heizungen nach modernen Richtlinien ausgelegt (Brennwerttechnik statt Niedertemperatur).

Erdgas aus dem Osten

"Geothermie und Umweltwärme, Biomasse, Nah- oder Fernwärme, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Blockheizkraftwerk (BHKW) sind die Begriffe, mit denen sich Renovierer und Häuslebauer der Zukunft auseinandersetzen werden", informierte Rösch. So sei bei Erdgas zu bedenken, dass es aus vorwiegend osteuropäischen Staaten komme, welche als "schwierig" bezeichnet werden. Bei Gas-Brennwert-Technik mit Solarthermie könnten zwar das Heizsystem mit Heizkörpern belassen werden, Importabhängigkeit und große Preisschwankungen seien jedoch nachteilig.

Ähnlich sei es bei Heizöl, der Wirkungsgrad sei außerdem schlechter als bei Gas. Dringend empfahl Rösch den hydraulischen Abgleich der Heizung. Dabei werde ein voreinstellbares Heizkörper-Thermostatventil eingebaut, das den Heizbedarf regelt und nicht nur für eine niedrige Rücklauftemperatur sorgt, sondern auch den Geldbeutel deutlich entlaste.

Ein Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) lohne sich erst ab einem Mehrfamilienhaus. Für Einfamilienhäuser biete sich ein Gas-Mikro-BHKW an, mit Gas-Spitzenlastkessel und Pufferspeicher. Die BAFA-Förderung und eine Einspeisevergütung nach KWK-Gesetz machten die Umrüstung interessant. Sehr ökologisch, jedoch weniger wirtschaftlich, sei das Heizen mit Solarthermie. "Eine Elektro-Wärmepumpe mit Geothermie als Erdkollektor bringt zwar eine hohe Effizienz, ist aber nur für Gebäude mit Flächenheizungen geeignet, benötigt einen Pufferspeicher und viel Platz im Garten", erklärte der Experte.

Qual der Wahl

Als CO2-neutralen Energieträger empfahl Rösch die Kombination Pellet-Niedertemperaturkessel und Solarthermie. Die Anschaffung käme zwar relativ teuer, jedoch wäre dieses System ideal zum Austausch gegen alte Ölheizungen. Dazu sei das Heizmaterial relativ günstig und preisstabil. Die Qual der Wahl bleibe keinem erspart.

Zum Schluss staunten die Zuhörer noch über eine "multivalente Anlage" (Hybrid-Anlage) mit Gas-Brennwertkessel, Kaminofen mit Wassertasche und Solarthermie, die die Abhängigkeit von nur einem Energieträger minimiere. Außerdem machte Rösch noch auf das "10 000-Häuser-Förderprogramm" aufmerksam, die Förderung des vorzeitigen Austauschs von alten, aber noch funktionsfähigen gegen neue Heizanlagen.
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