Eine liederliche FAIRanstaltung

Lokales
Windischeschenbach
02.11.2015
3
0

Eine "liederliche FAIRanstaltung" war angekündigt worden. Wer aufgrund des Themas Moral und Sitte oder die deutsche Rechtschreibung gefährdet sah, konnte bald beruhigt sein. Es ging um fairen Handel und die Beiträge des Liedermachers Hubert Treml.

Das Ganze fand an einem seriösen Ort, dem Windischeschenbacher Pfarrheim statt. Stadtpfarrer Hubert Bartel und seine evangelische Kollegin, Pfarrerin Nadine Schneider probierten sich zwar durchs Prosecco-Angebot des Eine-Welt-Ladens, waren aber ebenso aufmerksam beim Programm wie die übrigen Gäste.

Der Sänger und Entertainer Treml kündigte die "Weltpremiere" von extra für diesen Anlass Komponiertem und Getextetem an. Zum Beispiel bei "Probier's mal mit Gerechtigkeit" und dem Fazit "Fair Gehandeltes schmeckt doppelt goud". Stadtpfarrer Bartel informierte über die Möglichkeit, im Eine-Welt-Regal im Pfarrhaus einzukaufen. Kostproben quer durchs reichhaltige Sortiment wurden den Besuchern des Nachmittags kostenlos angeboten. Häppchen mit verschiedenen Brotaufstrichen, gerührt aus Chutneys und Frischkäse, Gummibärchen, Schokolade, Kekse, Kaffee, verschiedene Teesorten oder auch besagter fair gehandelter Prosecco.

Ernste Botschaft

Treml unterhielt kurzweilig und humorvoll trotz der ernstzunehmenden Botschaft hinter seinen Texte. Ein Loblied galt dem Schokoladen-Vorrat an jeder erdenklichen Stelle, den Rosinen im morgendlichen Habermus und dem "Kirwakouchn". Extrem gefordert waren die Gäste bei der Aufgabe, den umfangreichen Refrain dazu mitzusingen. "Gäih, lou ma doch dein' Kirwakouch'n, heit auf d'Nacht bei dir versouchn", wobei beim Schlusssatz "und a Busserl hinterm Türl" vorherige Textunsicherheiten wieder vergessen waren. Treml besang den Tante Emma-Laden seiner Kindheit samt Besitzerin und gab beim "Zoigl-Moidl" eine eher wehmütige Hommage an das Kultgetränk. Immer wieder wurde das Publikum mit einbezogen, musste bei Berufsangaben das dazugehörige Handwerkszeug reimen und lernte "Ich bin Lehrer - ich brauch' an Kaffee". Neben den witzigen Liedern, bei denen die Anwesenden sich kräftig beim Kehrvers beteiligten, wie bei der "selberg'machten Erdbeermarmelad'" gab es auch nachdenkliche Stücke wie über die beste Medizin: "dass ich wem wichtig bin".

Zur Erheiterung trugen auch die Gedanken zum "Tausch-Fensterbrett'l" im Mehrfamilienhaus bei. Jeder deponiert, was er nicht mehr braucht und nimmt mit, was ein Anderer zur Verfügung gestellt hat. Da kann es dem Ehemann, der seiner Frau den Shopping-Guide verweigert, schnell passieren, dass er selber auf besagtem Fensterbrett hockt.

Saisonal einkaufen

Pfarrer Bartel informierte über das Anliegen, faire Bedingungen zu schaffen. Auch vor Ort könne man den Gedanken des fairen Handels praktizieren, indem man regional und saisonal einkaufe. "Es muss nicht immer und ständig alles verfügbar sein", man nehme sich damit selber Vorfreude und Lebensqualität. Anhaltender Applaus dankte dem Liedermacher für einen unterhaltsamen Nachmittag und den Organisatoren für das leckere kulinarische Angebot.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.