Energiesparer umstritten

In kühlen Sommernächten verhindert die Abdeckplane, dass das Wasser auskühlt. Nun ist die Plane, die seit 1984 im Einsatz ist, in die Jahre gekommen. Der Förderverein übernimmt die Kosten für eine neue. Bild: mic
Lokales
Windischeschenbach
14.11.2015
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Einmal im Monat will CSU-Stadtrat und dritter Bürgermeister Thomas Wilhelm im Rathaus künftig kostenlose Energieberatung anbieten. Eine gute Sache, sollte man meinen. Doch ausgerechnet dieses Angebot sorgte für Diskussionen im Stadtrat.

Der Experte für Energieeffizienz erläuterte kurz, welche Punkte die Beratung beinhalten würde. "Jeder, der etwas plant, kann kommen." Viele wüssten aber nicht, wie sie ihr Vorhaben anpacken und sich im Dschungel der öffentlichen Maßnahmen zurechtfinden sollen. Es handle sich um eine neutrale, unabhängige Erstberatung.

Kritische Töne

Die SPD-Räte runzelten die Stirn. "Wir sehen das kritisch", gab Stefan Seitz bekannt. "Damit würden wir einen Präzedenzfall schaffen." Seitz befürchtet, dass die Neutralität nicht gegeben sei, da Wilhelm als Geschäftsführer der Firma "Bad und Heizung Sperber" auf das weitere Handeln eines Ratsuchenden Einfluss nehmen könnte. Matthias Schandri (CSU) merkte an, dass auch die AOK Sprechtage anbiete. Josef Söllner (Freie Wähler) wusste von der Seniorenberatung einer Architektin im Landratsamt Tirschenreuth.

Dieser Punkt stand nicht zur Abstimmung, da er unter "Informatorische Mitteilungen" fiel. "Ich hätte das Angebot wohlwollend angenommen und wäre froh, wenn jemand zu diesem Thema einen Leitfaden aufzeigt", sagte zweiter Bürgermeister Erich Sperber, der die Sitzung leitete, etwas verwundert.

Mehrwert für den Bürger

Auch Geschäftsleiter Wolfgang Walberer schaltete sich ein. "Wir haben uns im Vorfeld natürlich Gedanken gemacht", sagte er. Viele Kommunen würden dies mittlerweile anbieten, indem sie einen Berater einkaufen. "Letztendlich passiert bei uns auch nichts anderes. Ich sehe darin einen Mehrwert für die Bürger. Es wäre schaden, wenn wir die Beratung nicht anbieten könnten." Sperber entschied sich, den Punkt auszuklammern und schlug der SPD vor, für die nächste Sitzung einen Antrag einzureichen.

Neue Plane

Ein dickes Dankeschön sprach das Gremium dem Freibadförderverein aus. Einstimmig beschloss es, eine neue Abdeckplane für das Nichtschwimmerbecken des Freibads zu kaufen. Die Kosten von 14 220 Euro übernimmt der Förderverein. Die alte Plane war seit 1984 im Einsatz. Die Firma PAM Pionier aus Putzbrunn habe gestaunt, dass die Abdeckung von damals solange gehalten habe.

Andere Bäder hätten in dieser Zeit drei bis vier Planen verschlissen. Sperber dankte Bademeister Horst Lindner und seinem Vorgänger Wolfgang Hahn für den sorgsamen Umgang. Die Fraktionen schlossen sich diesen Worten an.

2,20 Euro mussten die Windischeschenbacher bisher pro Kubikmeter Abwasser zahlen. Dieser Beitrag war zuletzt 2009 erhöht worden. Nun soll der Abwasserpreis auf 2,43 Euro steigen. Das ist im Vergleich zu anderen Kommunen immer noch günstig.

Floß verlangt 3,18 Euro, Kirchenthumbach 3,23 Euro oder Flossenbürg 2,75 Euro. "Jede Erhöhung tut weh, aber Anpassung muss sein", waren sich die Räte einig.
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