Energischer Schritt für Steig

Der Johannissteig ist die kürzeste und von den Ausblicken reizvollste Verbindung vom Friedhof und der Freiherr-von-Stein-Straße entlang der Bahn zur Panzersperre an der Waldnaabbrücke zwischen Windischeschenbach und Neuhaus.
Lokales
Windischeschenbach
20.06.2015
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899 Unterschriften dokumentieren, wie wichtig den Windischeschenbachern und Neuhausern der Johannissteig ist. Ob sie damit das 190 Meter lange Weglein vor dem Überwuchern und Vergessen bewahren, entscheidet sich wohl kaum vor dem Herbst.

Hinsetzen wollte sich Bürgermeister Karlheinz Budnik nicht, als die "Interessengemeinschaft Johannissteig" ihm im Rathaus ihr Anliegen vortrug. Doch auch im Stehen hörte er aufmerksam ihre Argumente an. Dass eine Sanierung des Steigs mit den 184 Stufen 200 000 Euro kosten solle, ließen die Gäste nicht gelten.

"Viele Vereine und Privatleute würden sich beteiligen und Eimer und Schutt tragen", habe sie beim Zusammentragen der Unterschriften erfahren, sagte Silvia Sperber. Schließlich ist bei einer möglichen Sanierung der Einsatz von Maschinen schwierig und viel Handarbeit gefragt. "Es liegen konkrete Zusagen vor, den Steig mehrmals im Jahr zu mähen und sich bei einer Instandsetzung einzubringen, um so auch künftig die Kosten für die Stadt möglichst gering zu halten", ergänzte Christian Sperber. Es gebe heimische Firmen, die die Arbeiten für 30 000 Euro erledigen würden.

Wert bleibt verborgen

Doch auch diesen Betrag hält Budnik für zu hoch. Schon bei einer Begehung im September durch den Bauausschuss war eine durch Eigenleistungen auf 50 000 Euro gesunkene Summe als zu teuer verworfen worden. Auf die Frage von Christian Sperber, wie weit die Stadt bereit sei, für den Weg Geld auszugeben, blieb Budnik eine konkrete Antwort schuldig.

Probleme für eine Sanierung sind nach den Worten des Rathauschefs auch die Vorgaben der Bahn, über deren Grund das Wegerl auf 160 Metern läuft. So müsse der Bau ruhen, sobald sich ein Zug nähert. Und dann brachte Budnik noch das leidige Problem der Haftung vor. Nach Auskunft der Haftpflichtversicherung sei die Stadt verantwortlich, wenn der Steig ein offizieller Weg sei und jemand zu Schaden kommt.

Ein Weg, der keiner ist

Ausweg wäre die offizielle Entwidmung. "Wenn die Stadt den Weg aus ihrer Obhut entlässt und jemand geht ihn, dann geht er ihn." Es sei Sache der Bürger, diese dann inoffizielle Verbindung als Trampelpfad weiter zu nutzen. Allerdings werde das Rathaus dort bald das Licht ausknipsen.

"Wir werden die Unterschriften würdigen", versprach der Rathauschef. Vermutlich aber erst nach den Sommerferien wolle er den Antrag der Interessengemeinschaft im Stadtrat besprechen. Zugleich gab er Entwarnung für die anderen alten Fußwegverbindungen: "Es gibt keinen zweiten der vielen Steige, den wir nicht herrichten wollen."
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