Ins Reich der Regenwürmer

Lokales
Windischeschenbach
10.01.2015
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Steine sind das Buch der Erdgeschichte. Leider ist dieses Buch in einer eigenwilligen Fremdsprache geschrieben. Dr. Frank Holzförster nimmt die Zuhörer am Donnerstag, 15. Januar, im Geo-Zentrum auf eine spannende Entdeckungsreise mit.

"Steine - Das Archiv der geologischen Prozesse", lautet das Thema seines Vortrags, der um 18 Uhr beginnt. Wer sich in die Sprache der Steine hineinarbeitet, dem eröffnet sich ein unermesslicher Kosmos, in dem die Zeit eher nebensächlich wird. Steine enthalten, wie ein Archiv, die Dokumente von Vorgängen in der Erdgeschichte. Dieser Vortrag weist auf das Jahresthema "Steine" des Kooperationspartners Akademie für Natur- und Industriekultur Ostbayern-Böhmen in Neunburg vorm Wald hin.

Weitere Abende widmen sich dem Internationalen Jahr des Bodens unter dem Motto "Boden - Erde - Dreck". Am Mittwoch, 28. Januar, um 19 Uhr erklärt Regenwurmspezialistin Roswitha Walter von der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising das Leben der unermüdlichen Arbeiter in den Äckern. Wer in der Erde herumwühlt, findet unweigerlich Regenwürmer. Immer? Nein, nur dann, wenn der Boden gesund ist, die Temperaturen stimmen und sich der Regenwurm wohl fühlt.

Gefahr durch den Mensch

Über globale Bodengefährdung und -schutz spricht am Mittwoch, 11. Februar, um 19 Uhr Dr. Daniela Sauer vom Lehrstuhl für Landschaftslehre und Geoökologie der TU Dresden. Die Böden sind die wertvollste Grundlage des Lebens auf der Erde. Gerade der Mensch ist gegenwärtig kräftig dabei, sich selbst den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Weltweit sind die Böden durch Erosion, Verschmutzung, Klimawandel oder Verbauung gefährdet. Die Ressource Boden muss inzwischen bereits vor dem ungehemmten Zugriff des Menschen geschützt werden.

Professor Egbert Matzner vom Lehrstuhl Bodenökologie an der Universität Bayreuth informiert am Mittwoch, 25. Februar, um 19 Uhr über die Entstehung des Bodens. Hartes Gestein ist das Ausgangsprodukt aller Böden. Mit Hilfe der Verwitterung, der Atmosphäre und verschiedenster Lebewesen entsteht in Jahrtausenden aus dem toten Stein ein fruchtbarer Boden. Erst als die letzte Eiszeit endete und eine Landschaft ohne fruchtbare Böden zurückließ, entwickelten sich unsere heutigen Erden.

"Waldböden - Dienstleister im Ökosystem" lautet das Thema eines Vortrags von Professor Jörg Prietzel, Lehrstuhl für Bodenkunde im Wissenschaftszentrum Weihenstephan, am Mittwoch, 11. März, 19 Uhr. Was wäre Deutschland ohne den Wald und seinen Boden? Waldböden sind der Schwamm, der riesige Regenwassermengen aufsaugt - und bei Bedarf wieder abgibt. Sie sind Sturmanker für die größten Landlebewesen und ein unermesslicher Speicher der Fruchtbarkeit. Wollten wir Waldböden für ihre Aufgaben bezahlen, so müssten wir einer sehr hohen Rechnung ins Auge blicken. Prietzel zeigt die Leistungen des Waldbodens auf.

Baudirektor Mathias Rosenmüller vom Wasserwirtschaftsamt Weiden beleuchtet am Mittwoch, 25. März, um 19 Uhr den Einfluss des Bodens auf das Hochwasser. Oft ist es zu einem guten Teil hausgemacht, und wir merken es noch nicht einmal. Wir erwarten gar nicht, dass intakte Böden einen immensen Einfluss auf das Hochwasser haben.

Boden und Hochwasser

Das gilt jedoch nicht für Flächen, aus denen Parkplätze und Straßen wurden und auch nur eingeschränkt für solche, die durch schwere Maschinen verdichtet wurden. Der Leiter des Wasserwirtschaftsamts zeigt auf, in welch engem Zusammenhang Boden und Hochwasser stehen, an der Elbe genauso wie an der Naab und ihren Nebenflüssen.
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