Mit dem Auto bis vors Grab

Bequem, aber verboten: Immer wieder fahren Friedhofsbesucher mit dem Auto bis vors Grab. Bild: hfz
Lokales
Windischeschenbach
27.06.2015
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Der Hamburger Parkfriedhof Ohlsdorf misst von Ost nach West 3,8 Kilometer, von Nord nach Süd 2,2 Kilometer. Kein Wunder, dass dort ausdrücklich erlaubt ist, mit dem Auto auf dem Gottesacker zu fahren.

"Da können wir nicht mithalten", schmunzelt Kirchenpfleger Bertwin Fleck. Der Friedhof in Windischeschenbach zählt mit 13 000 Quadratmetern eher zu den kleineren Ruhestätten für Verstorbene und ist zu Fuß kürzester Zeit durchquert.

Das hält so manchen Zeitgenossen aber nicht davon ab, mit dem Auto bis vor das Grab zu fahren. "Das ist nicht erlaubt", ärgert sich der Kirchenpfleger. Paragraf vier der Friedhofsordnung der Pfarrei St. Emmeram besagt, dass es nicht gestattet ist, die Wege mit Fahrzeugen zu befahren. Ausgenommen sind Kinderwagen, Rollstühle und Leichenwagen. Fleck kann über so viel Unvernunft nur den Kopf schütteln. "Dennoch gibt es immer wieder Leute, die das machen." Diese nutzen die Einfahrt über den Gottesackerweg, wo es am Eingang des Friedhofs drei Stellplätze für Gehbehinderte gibt. Spätestens dort müsste das Auto aber geparkt werden. "Wer schwere Schalen oder größere Blumengestecke dabei hat, kann einen der kleinen Transportkarren nutzen, die wir kostenlos zur Verfügung stellen." Weitere Stellplätze befinden sich an der Leichenhalle oder in der Friedhofsstraße. Wenig Verständnis zeigt auch Pfarrer Hubert Bartel. "Es muss nicht sein, dass man mit dem Auto in den Friedhof fährt", sagte er. "Man sollte einen gewissen Respekt vor den Toten haben."
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