Musik weckt Frühlingsgefühle

Lokales
Windischeschenbach
01.04.2015
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Draußen gab der Nieselregen eine eher unrühmliche Vorstellung, umso erfolgreicher legten sich die Neuhauser Boum in der Mehrzweckhalle ins Zeug und versetzten die zahlreichen Gäste in Frühlingsstimmung.

Vorsitzende Stephanie Trisl begrüßte mit einem Zitat von Paul McCartney: "Musik ist ein Ventil für Traurigkeit - aber auch für Freude. Und wenn es gelingt, beide Extreme zusammenzubringen, entsteht Magie." Mit der "Fanfare for a Celebration" des Belgiers Charles Michiels legten die Neuhauser Boum los. Informationen zu den einzelnen Stücken vermittelten verschiedene Musiker im Wechsel. Wie vielfältig Blasmusik sein kann, zeigte die bunte Mischung der Melodien: traditionelle Stücke, von Polka, Marsch über Konzertstücke, zu modernen Rhythmen, Swing und Rock.

Polka und Rock

Die Musiker überzeugten beim Zusammenspiel von Alt und Jung ebenso wie bei den Solopassagen. Bei "Sparkling Drums" (Ted Huggens), zeigte Bernd Schricker mit einem Solo sein Können am Schlagzeug, in Musikerkreisen auch "Schießbude" genannt. "Freunde für immer" von Daniel Käsbauer war ein Beispiel für eine böhmische Polka im 2/4-Takt. Bei "Choral und Rock Out" ging es von gesetzten zu rockigen Klängen und die Kapelle konnte zeigen, dass sie beides "drauf hat". Bei der "Tenorhornparade" - Solo für Tenorhorn und Bariton (Vaclav Marias) trafen die Generationen innerhalb der Kapelle äußerst harmonisch aufeinander: Siegfried Gleißner, liebevoll als Oldie angekündigt, meisterte das Stück zusammen mit Christoph Bogner, einem der jüngsten Musiker, mit Bravour. Der "Final Countdown", bekannt als Eröffnungsmusik von Veranstaltungen aller Art wurde ebenso überzeugend interpretiert wie die Fantasie aus "Der Freischütz", der deutschen romantischen Oper von Carl Maria von Weber mit eingängigen bekannten Passagen.

Nach der Pause stiegen die Neuhauser Boum mit dem Militärmarsch "Hoch Heidecksburg" ins Programm ein. Das sehr populäre und oft gespielte Stück intonierte die Kapelle mitreißend und animierte die Zuhörer zum Mitklatschen. Bei den "Swingin' Saxophones" zeigten sechs Musiker ihr Können auf dem Instrument, das, vorher eher unbeachtet, mit dem Jazz seinen Siegeszug antrat und seitdem eines der beliebtesten Solo-Instrumente ist.

Eine Hommage an Udo Jürgens war der nächste Höhepunkt. "Mit 66 Jahren", "Aber bitte mit Sahne" und das "Ehrenwerte Haus" (arrangiert von Freek Mestrini) spielten die Neuhauser Boum. Matthias Bogner und Frank Döhler waren die Solo-Trompeter bei der "Sirius-Melodie", bei der auch die Saxophonisten wieder glänzten. Joe Cocker galt die nächste musikalische Würdigung. Für Blasmusikorchester arrangiert von Wolfgang Wössner spielte die Kapelle einige seiner bekanntesten Stück, unter anderem die Rockballade "Unchain My Heart" oder "You can leave your hat on".

Rosen für den Dirigenten

Das Medley "Dankeschön, Bert Kaempfert" beschloss das reguläre Programm mit Melodien des Komponisten, Arrangeurs und Orchesterleiters. Stücke wie "African Beat" oder "Dankeschön" machen den "Vaters des Easy Listening" unsterblich. Anhaltender Applaus des Publikums belohnte die Neuhauser Boum - und Moidln - für wochenlange Vorbereitung und man erklatschte sich etliche Zugaben, so den "Egerländer Traum" oder den "Radetzky-Marsch", bei dem Robert Schricker bewies, dass er nicht nur seine Kapelle, sondern auch das Publikum dirigieren kann. Seine Mühen bei der Vorbereitung würdigten die Damen der Gruppe mit weißen Rosen.
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