Ökumenisch ökologisch

Lokales
Windischeschenbach
26.10.2015
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Katholische und evangelische Kirche gemeinsam für Umwelt und Verantwortung: Ein ökumenisches Zeichen zum Erhalt der Schöpfung setzte der Vortragsabend im Geo-Zentrum an der KTB.

Auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung referierte Diplomtheologin Beate Eichinger aus Straubing über die Umweltenzyklika von Papst Franziskus, gefolgt von Joachim Kiehl und Santtu Weniger von der evangelischen Pfarrei Floß.

Ökologisches Gedankengut als Aufgabe und ethische Grundlage für alle Menschen, nicht nur für Christen - diesen Anspruch stellt die Enzyklika von Papst Franziskus. Beate Eichinger ist Umweltbeauftragte der Diözese Regensburg. Der überdurchschnittliche Besuch der Veranstaltung zeugte von regem Interesse am Thema.

"Laudato si" nennt sich die "Öko-Enzyklika" in Anlehnung an den Anfang des Sonnengesangs von Franz von Assisi. Bewusst habe Franziskus sie am 18. Juni vor dem im Dezember stattfindenden Welt-Klimagipfel in Paris gesetzt. Er mahne darin nicht nur die Verantwortung für die Natur und unsere Erde an, sondern zeige auch umweltschädliches Verhalten auf, sowohl von der Großindustrie als auch von jedem Einzelnen.

Eichinger sieht in diesem in 246 sehr ausführliche Abschnitte gegliederten Werk ihre eigenen Ideale bestätigt. Schon in den 1980ern habe es Verlautbarungen zu Frieden, Schöpfung und Zukunft gegeben. Anklänge fänden sich ebenso in der Enzyklika von Papst Benedikt XVI. "Caritas in veritate" von 2009. Doch so deutlich, aufrüttelnd und ermunternd wie Franziskus habe noch nie jemand an die Welt appelliert. Ein Novum: Der Papst hat sein Werk nicht wie üblich in Lateinisch, sondern in Spanisch erstveröffentlicht.

Franziskus greife einerseits das verlogene Wirtschaftssystem mit rücksichtsloser Ausbeutung und Zerstörung der Erde an, die soziale Ungerechtigkeit und Armut, gebe aber auch Handlungsanweisungen. Der Text sei gegliedert in sechs Kapitel zu den Themen "Sehen - Urteilen - Handeln". Der Mensch sei durch seinen Egoismus die Wurzel der ökologischen Krise. Durch wachsenden Konsum wüchsen auch die Probleme. Das Buch enthalte Handlungsleitlinien für Wirtschaft, Politik und Religionen. Es gehe um Kultur- und Humanökologie, Gemeinwohl, Wachstumskritik mit Vorschlägen zu Entschleunigung und Achtsamkeit sowie zur eigenen Würde als tiefster Motivation. Dem folge eine Aufforderung zu ehrlichem und transparentem Dialog, ökologischer Selbstkritik und Umkehr, Umwelterziehung und Bewusstseinsbildung, aber auch ökologische Spiritualität als vordringlichen Aufgaben der Kirche.

Trinkwasser für alle

Im Einzelnen gehe es um Klima, Trinkwasser als Menschenrecht, Artenschutz, Energieeinsparung und Müllvermeidung. Papst Franziskus nehme auch klar Stellung gegen Genmanipulation oder Tierversuche. Dazu kämen Gedanken zu kleinbäuerlicher Struktur statt Massentierhaltung, Städteplanung oder auch Nutzung von Carsharing-Möglichkeiten und dem ÖPNV. "Diese Enzyklika ist ein großer Wurf", betonte Eichinger.
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