Pfarreiengemeinschaft verabschiedet Pfarrer Markus Schmid - Empfang nach dem Abendlob
Einreise weiterhin erlaubt

Lokales
Windischeschenbach
23.07.2014
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Großartige Würdigungen sind ihm ein Gräuel. Seinen Abschied wünschte er sich ganz unspektakulär beim Pfarrfest. Doch ganz ohne offiziellen Schlusspunkt sollte der Tag für Stadtpfarrer Markus Schmid nicht ausklingen. Dem feierlichen Abendlob in der Pfarrkirche folgte ein kleiner Empfang im Pfarrgarten.

Landrat Andreas Meier erinnerte sich, dass seine Amtszeit in der Stadt und die des Pfarrers nahezu zur gleichen Zeit begonnen hatten. "Wir habe in den elf Jahren vieles erlebt, manchmal unterschiedliche Meinungen gehabt und die Klingen gekreuzt." Jedoch seien alle Konflikte ohne persönliche Verletzungen ausgetragen worden, und ohne dass etwas stehen geblieben sei. "Eine neue Aufgabe ist auch immer eine Chance, seinen Platz neu zu finden", sagte Meier und wünschte dem Geistlichen Gottes Segen und Erfolg an der neuen Wirkungsstätte. "Im übrigen ist die Einreise-Erlaubnis in den Landkreis weiterhin gegeben", sagte er schmunzelnd.

Bürgermeister Karlheinz Budnik blickte auf die Anfänge und die neuen Ideen des Pfarrers zurück und erinnerte sich an das erste Patrozinium in Bernstein, als der Nikolaus verkündete, es sei "a neier Pfarrer kumma", mit einer "scharfen Zunga". Nach vielen persönlichen Begegnungen könne man sagen, Schmid habe beeindruckt - nicht nur mit einer markanten Stimme und legendären Predigten. "Er hat stets die richtigen Worte gefunden - für ein freudiges Ereignis wie ein Ehejubiläum ebenso wie für einem Sterbefall."

Imposante Kulissen

Eine Leidenschaft des Pfarrers sei das Reisen gewesen, ob Pilgerreisen oder Bergtouren. "Wir haben unvergessliche Gottesdienste vor imposanten Kulissen gefeiert." Budnik dankte für segensreiches Wirken und wünschte dem Pfarrer für die neuen Aufgaben Mut und Umsicht.

Pfarrgemeinderatssprecher Winfried Hecht blickte "auf den Weg des Glaubens zurück, den wir gemeinsam gegangen sind". Er rief in Erinnerung, wie nach Amtsantritt und Installation Neuerungen und Veränderungen vorgenommen wurden. Neue Gottesdienstformen, neue Gesänge, die örtliche Veränderung des Priestersitzes. Verstaubte Heilige wurden vom Dachboden geholt, in der Messe sollte man von jetzt an nach der Wandlung stehen. "Da drängte sich schon mal die Aussage auf: Du konntest ganz schön nerven", wie Hecht zu allgemeinen Heiterkeit zitierte.

Dass das aber nötig gewesen sei, könne man jetzt feststellen. "Du hast uns verändert", stellte Hecht fest. "Wir haben uns weiterentwickelt." Schmid habe stets nach seinem Primizspruch gehandelt: "Freut euch mit den Fröhlichen, und weint mit den Weinenden." Im Namen der gesamten Pfarreieingemeinschaft, aller Vereine und Organisationen sagte der Pfarrgemeinderatssprecher ein herzliches "Vergelt's Gott".

Händeschütteln

Etliche Gläubige und Vertreter von Gruppen und Vereinen schüttelten dem Seelsorger zum Abschied die Hand, dankten ihm, wünschten alles Gute und überreichten Geschenke oder Blumen. Auch wenn Mariele Schäffler in einem humorvollen Gedicht die Botschaft weitergab: "Und die Moral von der Geschicht' - aus Eschawo da geht man nicht !"
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