Plädoyer für die Oberpfalz

Die Gäste des Neujahrsempfangs der CSU im Pfarrheim spendeten dem Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler viel Beifall. Bilder: mic (2)
Lokales
Windischeschenbach
13.01.2015
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"Paris betrifft uns alle", sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler beim Neujahrsempfang der CSU. "Wir müssen alles dafür tun, um unseren Rechtsstaat und unsere Ordnung zu schützen." Die Gäste aus Politik, Wirtschaft und den Vereinen klatschten zustimmend Beifall.

Der Chamer Landrat hatte eigentlich ein Manuskript mit ganz anderem Inhalt vorbereitet, doch aktuelle Themen brannten ihm auf den Nägeln. "Nach 70 Jahren Frieden in Europa sehen wir uns einer neuen Terrorgefahr ausgesetzt", sagte er. Weltweit gebe es derzeit 40 Krisenherde. Das gehe auch Deutschland etwas an. "Machen wir uns nichts vor", warnte er. "Wir sind eine Exportnation, die ihre Produkte auf dem Weltmarkt vertreibt." Auch die vielen Flüchtlinge sprach er an. "Wir sind ordentlich gefordert, doch wir bewältigen das." Derzeit lebten 4000 Flüchtlinge in der Oberpfalz. Löffler dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die die Betreuung der Menschen nicht zu schaffen sei. Er erinnerte auch an den Artikel 16 des Grundgesetzes: "Der politisch Verfolgte genießt Asyl." Der Chamer Landrat plädiert für eine europäische Lösung in der Asylfrage und für eine schnellere Rückführung von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern. Es sei nicht spaßig, Familien nach fast einem Jahr wieder zurückzuschicken, nachdem sie sich integriert hätten.

Die Grenzöffnung vor 25 Jahren bezeichnete Löffler als Quantensprung "Geografisch waren wir immer schon in der Mitte Europas, aber gespürt haben wir das nie." Die Region Pilsen habe sich sehr gut entwickelt. "Auch ein bayerischer Verdienst", betonte er. Jetzt könne die Region auch zur gefühlten Mitte werden. "Das beflügelt uns natürlich auch als Bezirk", freute sich der Redner.

Hochwertige Arbeitsplätze

Mit viel Herzblut widmete sich Löffler der Entwicklung der Oberpfalz. "Was glauben Sie, wo Bayern am meisten wächst? Im Münchner Speckgürtel, wo sonst." Es reiche nicht, wenn eine Kommune Bauplätze, Schulen und einen Autobahnanschluss habe. "Wir brauchen hochwertige Arbeitsplätze. Wenn Forschung und Entwicklung nicht auch bei uns Einzug halten, haben wir keine Chance, Menschen für die Region zu begeistern. Auch bei der Verlagerung von Behörden dürfe es nicht mit 20 oder 30 Stellen getan sein. "Da geht noch viel mehr. Die Straße von der Oberpfalz nach München ist genauso gut wie andersherum." Kritik galt dem kommunalen Finanzausgleich. Man könne das Geld nicht nach Einwohnern verteilen. Löffler forderte mehr Gerechtigkeit.

Heimat wichtig

Abschließend ging er auf die Aufgaben des Bezirks ein, der für Gesundheit, Soziales, Kultur und Fischerei zuständig sei. Er nannte den wachsenden Bedarf an psychiatrischen Einrichtungen, das Sibyllenbad sowie Senioren- und Behindertenheime. Mit einem Bekenntnis für seine Heimat schloss Löffler: "Ich wünsche mir, dass Sie das, was Sie an Ihrer Region schätzen und lieben, auch an Ihre Kinder weitergeben."
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