Praktikum als Chance

Der 17-jährige Maba aus Mali will Schreiner werden. Zurzeit absolviert er ein Berufsgrundschuljahr in Grafenwöhr. Wenn er das erfolgreich abschließt, kann er bei der Firma Volante in Neuhaus eine Lehre beginnen. Bild: hfz
Lokales
Windischeschenbach
02.10.2015
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Maba (17) aus Mali bekam viel Lob. Vier Wochen lang absolvierte der junge Afrikaner ein Praktikum bei der Firma Volante in Neuhaus. Unternehmer Erich Sperber war so begeistert, dass er ihm eine Lehrstelle als Schreiner in Aussicht stellte.

"Der hat es verdient", sagt der Volante-Chef. "Es hat Freude gemacht, ihn arbeiten zu sehen. Wenn man ihm etwas erklärt hat, dann hat er das zuverlässig und ordentlich erledigt." Alle Gesellen, die Maba betreut hatten, bescheinigten dem 17-Jährigen "gute Arbeit". Doch bevor der Jugendliche seine Ausbildungsstelle antreten darf, muss er ein Berufsgrundschuljahr absolvieren. Zurzeit drückt Maba, der in seiner Freizeit in der U-19-Mannschaft der SpVgg SV Weiden kickt, in Grafenwöhr in der Schreinerklasse des St.-Michaels-Werks die Schulbank.

Maba ist einer von vier jungen Afrikanern, die die Familie Eibl aus Neuhaus unter ihre Fittiche genommen hat. Die Eibls kümmern sich nicht nur um Deutschunterricht für die Jugendlichen, sondern versuchen sie so gut wie möglich zu integrieren.

Nur gute Erfahrungen

Dazu gehörte auch die Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen. "Ich habe mit einigen Firmen telefoniert, und alle haben ihre Unterstützung zugesagt", erzählt Regine Eibl. Den sogenannten Erziehungsbeistand für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stellt Learning Campus. Ähnlich gute Erfahrungen wie Erich Sperber hat Kfz-Meister Karlheinz Müller aus Wurz mit seinem Praktikanten gemacht. Zwei Wochen lang radelte Farah (21) von Neuhaus nach Wurz, um in der Werkstatt mitzuhelfen.

"Ich war positiv überrascht", sagte Müller. "Das war keiner, der nur rumstand, sondern er hat durchaus mit hingelangt. Den hat man schon brauchen können." Verständigungsprobleme mit dem Somalier habe es nicht gegeben. "Ich hatte auch den Eindruck, dass er sich mit Autos schon ein bisschen auskennt."

Viele mittelständische Unternehmen oder Handwerksbetriebe in der Region würden gerne jungen Flüchtlingen einen Praktikumsplatz anbieten. Auch die Windischeschenbacher Biobäckerei Forster hätte nichts dagegen. "Warum nicht?", lautete Georg Forsters spontane Reaktion, als Regine Eibl vor ein paar Wochen bei ihm nachgefragt hat. "Man muss die Leute integrieren, nicht nur unterbringen", ist er mit seiner Frau Lisa einer Meinung.

Praktikanten willkommen

Grünes Licht gab's auch von der Baumschule Punzmann in Menzelhof. "Praktikanten sind bei uns willkommen", erklärte Seniorchefin Hildegard Punzmann. "Wir würden gerne einen nehmen." Bis jetzt habe der Gartenbaubetrieb zwar noch keine Probleme, geeignete Lehrlinge zu bekommen. "Das kann noch kommen", vermutet Punzmann.
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